Ludwigslust/Parchim : Südbahn: Auch die Busse sind bereit

Letzte Einweisung gestern Vormittag für die Busfahrer an den nagelneuen Fahrzeugen, der Stückpreis liegt über 200 000 Euro.
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Letzte Einweisung gestern Vormittag für die Busfahrer an den nagelneuen Fahrzeugen, der Stückpreis liegt über 200 000 Euro.

Verkehrsminister übergab gestern 800 000 Euro für neue Niederflurbusse der Kreisgesellschaft / Parallelbetrieb zur Bahn wird vorbereitet

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09. Dezember 2014, 07:00 Uhr

Ursächlich hat die Übergabe von gleich fünf neuen Niederflurbussen an die Kreisgesellschaft VLP nichts mit dem Reizthema Südbahn zu tun. Denn die nagelneuen Fahrzeuge nach Euro-6-Norm sind schon vor Monaten bestellt worden. Am Ende der Woche werden aber wohl drei der neuen Gefährte auf der dann neuen Buslinie zwischen Parchim und Malchow fahren. Damit wird die Südbahn de facto ersetzt.

Da aber auch die Hanseatische Eisenbahn einen weiteren Betrieb zunächst auf eigenes Risiko angekündigt hat, wird die Verbindung Parchim-Malchow wohl nun doppelt bedient. Zumindest vorläufig. Verkehrsminister Christian Pegel, der gestern Vormittag in der Schweriner MAN-Niederlassung die gelb-grünen Busse zum Stückpreis von 208 000 Euro übergab, gab sich auf Nachfrage in Sachen Südbahn völlig entspannt. Er werde ganz sicher nicht in wenigen Tagen mit zwei Kreisen Verträge über dieses Thema abschließen, zumal bei dem Thema auch noch die Landkreise mitsprechen würden. Damit ist wohl ausgeschlossen, dass die Eisenbahngesellschaft noch vor dem 15. Dezember irgendwelche Zusagen über Finanzierungen vom Land bekommt. Mit dem Stichtag wird dann die VLP-Gesellschaft des Kreises fahren müssen, um die Lücke im öffentlichen Personennahverkehr zu schließen. Darauf, so die beiden VLP-Geschäftsführer Christian Rader und Andreas Helms, sei man organisatorisch vorbereitet. Alles andere sei Sache der Politik. Der Busverkehr, der anders als die Südbahnlinie auch Plau mit einschließen würde, soll auch mit Bussen aus dem Warener Bereich gefahren werden.

In der Sache wird spätestens beim Kreistag am 16. Dezember eine neue Auseinandersetzung erwartet. Landrat Rolf Christiansen hatte wegen der unsicheren Rechtslage Widerstand angekündigt.

Für die Busgesellschaft VLP war die Übergabe von Fahrzeugen gestern eigentlich Teil des Normalgeschäfts. Schließlich müssten bei einem Fuhrpark von mehr als 200 Fahrzeugen und einer erwarteten Lebenszeit von gut 14 Jahren pro Bus, pro Jahr bis zu 16 Busse neu angeschafft werden. Dass dieses Geschäft auch mit umfangreicher Förderung vom Land begleitet wird, gehört gleichfalls zu den seit Jahren gepflegten Normalitäten. Dennoch, das erklärte gestern Oliver Lass von MAN, gehörten die Fahrzeuge dank ihrer Schadstoffklasse Euro 6 zu den modernsten, die es derzeit am Markt gäbe.

Geschäftsführer Christian Rader erwartet sich spürbare Einsparungen beim Verbrauch. Erwartet werden 25 Liter pro 100 Kilometer im Regionalbetrieb. Die neuen Busse sind behindertengerecht, können abgesenkt und auch einseitig gekippt werden und verfügen über eine extra Rampe. Drei der neuen Gefährte werden in Parchim stationiert, eines in Sternberg, ein Bus kommt nach Schwerin. Im kommenden Jahr sollen neue Busse, die übrigens in Poznan gebaut werden, folgen. Minister Pegel sagte gestern bereits weitere Förderungen zu.

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