Ludwigslust : Suchthilfe plant Klinik neben Stift

Favorisierter Standort für das neue Reha-Zentrum der Suchtkrankenhilfe: das Areal gegenüber vom Krankenhaus neben den Bahngleisen.
Favorisierter Standort für das neue Reha-Zentrum der Suchtkrankenhilfe: das Areal gegenüber vom Krankenhaus neben den Bahngleisen.

Wird Bau genehmigt, wechselt Tessiner Fach-Klinik in neues Reha-Zentrum nach Ludwigslust

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09. September 2015, 07:00 Uhr

Noch sind es nur Pläne, die Peter Grosch auf dem  Wirtschaftsausschuss am Montagabend den Ludwigslustern vorstellte. Doch wenn alles so läuft, wie sich  der Geschäftsführer der Evangelischen Suchtkrankenhilfe  MV das wünscht, dann könnte die Fachklinik für Drogenabhängige aus dem Tessiner Schloss bei Wittenburg in vier Jahren  in ein modernes Reha-Zentrum nach Ludwigslust umziehen.

Auf der Sitzung am Montag äußerte sich Grosch erstmals öffentlich zu dem Vorhaben. „Die Klinik in Tessin entspricht nicht den Standards,  wie sie die Rentenversicherung heute fordert“, sagt  Grosch. „Einzelzimmer mit Bad – das werden wir in dem Schloss nie realisieren können.“

Ludwigslust sei eine gute Alternative, so Grosch. Sein favorisierter Standort ist das Gelände des ehemaligen Eierlagers gleich gegenüber vom Krankenhaus. Hier könnte das Reha-Zentrum mit Einzelzimmern für 60 Patienten entstehen. Von der  Nähe zum Krankenhaus erhofft sich Grosch Synergieeffekte. „Wir könnten Küche, Wäscherei und Labor  gemeinsam nutzen. Unsere Patienten hätten kurze Wege zu den Ärzten. Es gäbe genügend Platz für eine Werkstatt, eine Turnhalle,  eine  Sportfläche und einen Parkplatz.“ Einkaufsmöglichkeiten, die Nähe zum Bahnhof und gute Verkehrsanbindung für das Fachpersonal – all das würde für den Standort Ludwigslust sprechen, so Grosch im Wirtschaftsausschuss. Dessen Vorsitzender Uwe Langmaack   (AfL) hatte den Schweriner  zur Sitzung eingeladen. „Es gibt so viele Gerüchte in der Stadt und so viele offene Fragen“, sagt Langmaack. „Gut, dass wir  jetzt  endlich mehr wissen.“

Langmaack begrüßt das Projekt. „Sechzig  Patienten ist doch eine überschaubare Größe“, sagt er. „Alle kämpfen für den Erhalt des  Stiftes. Wenn die neue Reha-Klinik dazu beiträgt, dann ist das eine gute Sache.“  Auch Ulrich Görn (B90/Grüne) spricht von „einem Gewinn für die Stadt“ und   Maika Friemann-Jennert (CDU) von einer „Stärkung des Standortes“.

Grosch hat bereits eine Bauvoranfrage für das städtische Grundstück gestellt. Noch ist sein Plan aber nicht in trockenen Tüchern: Das Urteil des Lärmschutzgutachters wegen  der unmittelbaren Nähe der Klinik zum Bahngleis steht noch aus. Erst wenn  dieser das Vorhaben aus seiner Sicht abgenickt hat, werden sich Hauptausschuss und später die Stadtvertretung damit befassen. 

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