Techentin : Sturm gegen Windräder

Windräder in Techentin – für die Einwohner ein Horrorszenario.
1 von 2
Windräder in Techentin – für die Einwohner ein Horrorszenario.

Bürgermeister unter Beschuss: Einwohner lehnen Pläne der Stadt für Windkraftanlagen vor ihrer Haustür ab.

von
10. November 2015, 21:00 Uhr

Auch wenn sich alle Seiten um Sachlichkeit bemühten – Harmonie sieht anders aus. Der Ludwigsluster Bürgermeister Reinhard Mach hatte zum Auftakt der traditionellen Einwohnerversammlungen in den Ortsteilen der Lindenstadt einen schweren Stand. Viele Einwohner von Techentin hatten sich im Feuerwehrraum Mühlenstraße eingefunden – die Windkraft treibt sie um. Bekanntlich liebäugelt die Stadt mit der Nutzung von Windenergie zwischen Techentin und Hornkaten und damit genau vor der Nase vieler Einwohner, die dann nur aus dem Fenster zu gucken brauchen, um die Bescherung vor der Nase zu haben.

Die Reaktion der Techentiner ist nachzuvollziehen: Sie haben bereits eine Thermische Restabfallverwertungsanlage, sprich Müllverbrennung, in der Nachbarschaft. Die ehemalige Mülldeponie am Ortsrand – zwar zugeschüttet, doch immer mal wieder sichtbar – ist ebenfalls ein Ärgernis. Da dringt der Bürgermeister mit seinem Appell, sich doch wenigstens alle Optionen offen zu halten, wenn die Windkraft-Voraussetzungen vorliegen, nicht durch. Die meisten Einwohner, die in diesem südlichen Teil von Ludwigslust wohnen, wollen nicht noch mehr Umweltbelastungen ertragen müssen. Da ist ihnen – momentan jedenfalls – auch ein eventuell zu erzielender Ertrag aus Windkraftanlagen gleichgültig.

Ein Beitrag einer großen deutschen Tageszeitung über Infraschall im Zusammenhang mit Windrädern wird zitiert. 2013 gerieten auf einer jütländischen Nerzfarm hunderte Tiere aus unerklärlichen Gründen in Wut und bissen sich gegenseitig tot. Schallwellen unterhalb der Hörbarkeitsgrenze – auch für Menschen schädlich? Bürgermeister Mach zeigt sich skeptisch. Die Techentiner sind dagegen alarmiert. Der Verwaltungschef muss sich den Vorwurf gefallen lassen, er wolle ihnen die Windkraft nur schmackhaft machen, ohne ihre Argumente ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Mach bleibt hingegen dabei: „Ich bin Pragmatiker und möchte, dass wir uns alle Optionen offen halten.“ Jedwedes Für und Wider werde geprüft. Einen Vorschlag der Einwohner nimmt er auf, eine Befragung der Ludwigsluster, ob Windräder gewollt sind, mitzutragen. „Eins muss uns klar sein: Auch wenn wir keine Windkraftanlagen wollen – andere werden sie bauen“, so Mach.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen