Neustadt-Glewe : „Studienreisender“ auf Diebestour gefasst

Sind erleichtert, dass der Einmietbetrüger geschnappt wurde: Diethelm und Heidrund Wendlandt vor ihrer Pension am See in Neustadt-Glewe.
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Sind erleichtert, dass der Einmietbetrüger geschnappt wurde: Diethelm und Heidrund Wendlandt vor ihrer Pension am See in Neustadt-Glewe.

Nach Hinweis einer Pensionsbetreiberin in Neustadt-Glewe greift die Kripo zu und schnappte den Einmietbetrüger.

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08. August 2016, 15:00 Uhr

Er gab sich als Studienreisender aus, übernachtete in Hotels und Pensionen und verschwand, ohne zu bezahlen - nun wurde der Einmietbetrüger gefasst. Wie Klaus Wiechmann, Sprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust, am Montag im SVZ-Gespräch mitteilte, war die Polizei durch einen Hinweis aus einer Pension in Neustadt-Glewe dem Tatverdächtigen auf die Spur gekommen. Heidrun Wendlandt, Inhaberin der Pension Am See in Neustadt-Glewe, hatte von der Sache mit dem Studienreisenden aus der Sonnabendausgabe der Schweriner Volkszeitung erfahren und auch schon weitere Hinweise vom Kontaktbeamten der Polizei bekommen. „Am Donnerstag war der Beamte bei mir und sagte, dass hier in der Region ein Einmietbetrüger unterwegs sei. Der junge Mann würde zwei bis drei Nächte bleiben und dann erst am letzten Tag bezahlen wollen. Doch dann war er schon verschwunden. Der Beamte nannte mir auch den Namen, da sich der junge Mann ja stets ausgewiesen habe“, so Pensionsinhaberin Heidrun Wendlandt.

Am Sonnabend schnappte dann die Falle zu und der Betrüger ging der Polizei ins Netz. „Der junge Mann kam gegen 9.15 Uhr in die Pension, zeigte seinen Ausweis. Er sagte, er sei im Auftrag einer Uni auf Studienreise, wie man mit wenig Geld durch Deutschland kommt. Er wollte bei uns ein Zimmer mieten, aber da in unserer Pension noch keins bezugfertig war, habe ich ihm gesagt, er solle sich um 10 Uhr noch einmal bei uns melden.“

Die Zeitung von Sonnabend lag da noch auf dem Tisch. „Ich habe sie schnell weggenommen, damit der junge Mann sie nicht noch lesen konnte und vielleicht gewarnt worden wäre“, fügte Ehemann Diethelm Wendlandt hinzu.

Ehefrau Heidrun hat dann sofort bei der Polizei angerufen und dann ging alles sehr schnell: Die Kripo kam und stellte den jungen Mann vor Ort, der sich auch geständig zeigte.

„Der junge Mann war von Zuhause ausgezogen und hat sich hier in der Region herumgetrieben“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. „Irgendwann hat er dann kein Geld mehr gehabt. Und dann kam er auf die Idee, sich einzumieten und als Studienreisender auszugeben. In Ludwigslust, Grabow und Neustadt-Glewe war er unterwegs, in einigen Fällen hat er auch mehrfach übernachtet. Dort hat er auch Mini-Bars geplündert und Gegenstände aus den Häusern mitgenommen.“

Der 19-Jährige, aus der Region Güstrow stammende Tatverdächtige, hat bei seiner Vernehmung bereits weitere Einmietbetrügereien zwischen Ende Mai und Ende Juli in Ludwigslust, Grabow und Neustadt-Glewe zugegeben. Im Zuge der Vernehmung gestand er zudem Einbruchsdiebstähle in Einfamilienhäuser in Ludwigslust und Parchim. So will er Ende Mai bei einem Einbruch in ein Ludwigsluster Einfamilienhaus einen Laptop und ein Fernglas gestohlen haben. Anschließend verkaufte er das Diebesgut für 150 Euro.

In Parchim entwendete der Beschuldigte aus einem Einfamilienhaus Schmuck im Gesamtwert von mehreren hundert Euro. Diesen will er später für knapp 300 Euro veräußert haben. Eigenen Angaben zufolge, so Klaus Wiechmann, will er seinen Lebensunterhalt mit dem Verkauf der gestohlenen Gegenstände bestritten haben.

„Der Tatverdächtige hat Aufzeichnungen gemacht und Buch geführt, wo er weitere Straftaten, so Einbruchsdiebstähle, begangen hat. Das ist für die Polizei ein wichtiges Beweismittel.“ Der 19-Jährige zeigte sich bisher weitgehend geständig, die Ermittlungen gegen ihn wegen Betruges und Diebstahls in besonders schwerem Fall dauern noch an.

Heidrun und Diethelm Wendlandt sind auf jeden Fall erleichtert, dass der Betrüger geschnappt worden ist und nun bei den Übernachtungsbetrieben in der Region wieder Ruhe einkehren wird.

„Nach Abschluss der Ermittlungen durch die Polizei wird die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft übergeben“, sagte Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

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