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Ludwigsluster Tageblatt

23. November 2017 | 08:46 Uhr

Wemag Netz : Stromausfall: Lage entspannt sich

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Nach Sturmtief Arbeiten im Netzgebiet der Wemag fast beendet. Eva-Maria Lauterfeld aus Rüterberg hat solche Situation schon dreimal erlebt

von
erstellt am 08.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Im Netzgebiet der Wemag Netz GmbH (WNG) werden seit Sonntagnachmittag wieder alle Kunden mit Strom versorgt. „Die letzten Reparaturarbeiten konnten gestern abgeschlossen werden“, sagte Netz-Geschäftsführer Andreas Haak. Er dankte allen Mitarbeitern, Partnerunternehmen sowie den Einsatzkräften von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die an der Beseitigung der Sturmschäden beteiligt waren.

Aus allen Netzdienststellen waren Wemag-Mitarbeiter in den besonders stark betroffenen Gebieten im Raum Hagenow und Ludwigslust sowie der Prignitz permanent im Einsatz, um die Kunden so schnell wie technisch möglich, wieder mit Strom zu versorgen. Dabei konzentrierten sie sich zunächst auf die Mittelspannungsleitungen, über die besonders viele Kunden versorgt werden.

In einigen Waldgebieten konnten die erforderlichen Reparaturfahrzeuge nur mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks die Freileitungen erreichen. Die THW-Einsatzkräfte beseitigten die Bäume, die aus dem feuchten Boden gerissen wurden und die Wege versperrten. Außerdem entfernten sie die in die Stromleitungen gefallenen Bäume. „In den nächsten Tagen und Wochen kann es noch zu unangekündigten Stromabschaltungen kommen, damit der Normalzustand des Netzbetriebs wieder hergestellt werden kann“, kündigte Andreas Haak an. Ob der Krisenstab aufgelöst werden könne, werde erst nach einer Lagebesprechung am Montagvormittag entschieden.

Burkhard Thees, Amtsvorsteher des Amtes Dömitz-Malliß, konnte am späten Sonnabendnachmittag bestätigen, dass die betroffenen Gemeinden nahe Dömitz wieder am Stromnetz waren. „Wir haben seit Sonnabend gegen 15 Uhr überall in der Gemeinde wieder Strom.“

Für Eva-Maria Lauterfeld aus Rüterberg war das der bislang dritte Stromausfall, den sie miterlebt hat. „Und tatsächlich haben wir bis Sonnabendnachmittag ohne öffentlichen Strom ausgeharrt. Besonders brisant war, dass meine Mutter zurzeit bei uns ist und gepflegt werden muss. Aus diesem Grund hat mein Mann gerade zur rechten Zeit bei seinem Arbeitgeber um eine Auszeit gebeten - um mir bei der Pflege zu helfen und vor allem beim Badumbau in Wittenberge, damit meine Mutter wieder zurück in ihr häusliches Umfeld kann. Er war vor Ort, als der kurze heftige Sturm etliche Bäume auf unserem Grundstück abgebrochen und entwurzelt hat und auch in der Nachbarschaft etliche Bäume dem Sturm zum Opfer gefallen sind.“

Als der Strom ausgefallen ist, waren Lauterfelds noch damit beschäftigt, den Zaun von den umgefallenen Bäumen frei zu schneiden. „Mein Mann hat in der Nachbarschaft geholfen, Äste einer alten Eiche zu beräumen“, so Eva-Maria Lauterfeld.

Notstromaggregat angeworfen

„Schnell war klar, dass der Strom länger wegbleibt und so haben wir unser Notstromaggregat angeworfen und zunächst die Kühl- und Gefrierschränke versorgt und dann das Haus ausreichend beleuchtet. Selbst den Badheizkörper im Schlafbereich meiner Mutter konnten wir betreiben und hatten so alles gut im Griff. In den nächsten Tagen haben wir dann abwechselnd einen Toaster betrieben, die Kaffeemaschine, den Thermomix, Waschmaschine und Trockner. Da mein Mann Elektriker ist, konnten wir auch relativ schnell die Solaranlage für das warme Wasser und die Heizung über das Notstromaggregat in Betrieb nehmen. Uns ging es also relativ gut in dieser Situation. Als das Wasser am Anfang weg war, haben wir in Gießkannen Wasser aus dem Gartenteich zur Toilettenspülung geholt, das Wasser war dann allerdings schnell wieder da.“ Da Lauterfelds relativ schnell ihren Haushalt neu sortiert hatten, hatte das Ehepaar noch für Freunde aus dem Dorf gekocht und angeboten, bei ihnen Duschenzu können. „Die ganze Sache ist bei uns ziemlich unaufgeregt über die Bühne gegangen. Es war jetzt der dritte Stromausfall über längere Zeit, da weiß man schon, was zu tun ist. Wie immer gab es eine große Welle der Hilfsbereitschaft in Rüterberg. Da ich wegen meiner Mutter nicht weg konnte, hat Katharina von gegenüber für mich eingekauft. Rüdiger Weddige, der mit seinem Partner bei uns Essen war, hat das Angebot erhalten, heißes Wasser von den Nachbarn zu bekommen. Eine andere Bekannte stand mit einer Thermoskanne Kaffee vor der Tür. Von uns hat sie unser Ersatznotstromaggregat bekommen. Katharina haben wir angeboten, einen weiteren Tiefkühlschrank anzuschalten. Der Sohn von Katharina, der nach dem Sturm von der Schule nicht per Bus nach Hause könnte, ist von jemand aus dem Dorf auf dem Weg entdeckt und mitgenommen worden. Den ganzen Tag haben auch gestern die Motorsägen durch den Ort geklungen und wurde aufgeräumt. Die Feuerwehr und die vielen fleißigen Helfer hatten alle Hände voll zu tun. In solchen Situationen steht Rüterberg fest zusammen“, sagte Eva-Maria Lauterfeld.

Auch Heißlüfter kamen zum Einsatz

Die Probleme mit der Stromversorgung sind auch für die Gemeinden im Amt Grabow behoben. „Seit Sonnabendnachmittag hatten wir im Amtsbereich, bis auf die Gemeinde Gorlosen, wieder Strom“, war am späten Sonnabendnachmittag von Stefan Sternberg, dem Leitenden Verwaltungsbeamten des Amtes Grabow zu erfahren.

Das konnte uns gestern Vormittag Thomas Bach, der 1. Stellvertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Gorlosen, bestätigen. „Seit Sonntag funktioniert das Telefonnetz wieder, am Sonnabendabend gegen 19 Uhr hatten dann auch die letzten betroffenen Häuser in Gorlosen wieder Strom“, so Thomas Bach, der im Gorlosener Ortsteil Boek zu Hause ist. „Wir hier in Boek waren am Freitagabend gegen 18 Uhr wieder am Stromnetz. In der Zwischenzeit haben sich viele mit Notstromaggregaten beholfen, um Kühlschränke und Tiefkühlschränke am Laufen zu halten, auch Heißlüfter wurden aufgestellt.“


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