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Ludwigsluster Tageblatt

25. September 2017 | 02:46 Uhr

Ludwigslust : Strom getankt am Barockschloss

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Teilnehmer der e-TourEurope legten gestern am Schlossplatz auf ihrer Fahrt von Hamburg nach Berlin einen Zwischenstopp ein

von
erstellt am 23.Mai.2014 | 11:52 Uhr

Elektromobile auf dem Schlossplatz, der längste Trabi der Welt vom MC Ludwigslust, Damen in barocken Gewändern vor dem Schloss - Vergangenheit und Zukunft trafen sich gestern in der Gegenwart zu einem besonderen Ereignis. Die eTourEurope machte gestern in Ludwigslust Station, 20 Fahrzeuge wurden erwartet, die hier auf ihrem Weg von Hamburg nach Berlin hier ihre Akkus aufladen konnten. Kurz nach 9 Uhr war zur Begrüßung auch schon Petra Billerbeck, die 1. Stellvertreterin des Bürgermeisters, mit einem vom Fahrradhändler Winkelmann zur Verfügung gestellten E-Bike zum Schloss geradelt. Wulf-Peter Bosecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Ludwigsust-Grabow, hatte mit seinen Mitarbeitern alles bestens präpariert. „Dicke Starkstromkabel wurden verlegt, Transformatoren am Natureum und an der Alten Wache installiert, mehrere Steckdosen für die Elektrotankstelle zur Verfügung gestellt“, sagte Henrik Wegner. Der Wirtschaftsförderer der Stadt konnte die Anfrage von Cheforganisator Werner Hillebrand-Hansen schon Anfang des Jahres positiv beantworten, ob die Tourteilnehmer hier einen Zwischenstopp einlegen könnten. „Wir sind sehr froh, dass wir hier sein können und auf diese Weise auch Werbung für unsere Tour und das damit verbundene Anliegen machen können“, so Werner Hillebrand-Hansen. „Wir sind am 18. Mai in München gestartet, insgesamt legen wir eine Strecke von 4200 Kilometern und Tagesetappen von rund 450 Kilometern zurück“, sagte seine Ehefrau Marita Hansen. „Konkret heißt das 9 Hauptstädte in 9 Tagen. Wir wollen mit der Tour zeigen, was e-Mobile leisten können, inklusive der Reichweite. Wir wollen die Fahrzeuge herausholen aus den Hochglanzprospekten und zu den Leuten bringen.“ Das Problem, so Marita Hansen, liege aber in der Ladeinfrastruktur, die Lademöglichkeiten sind die Schwachstellen. Hotels bieten da oft die Gelegenheit, z. B. über Nacht die Fahrzeuge aufzuladen. Die Reichweite der e-Mobile vom Typ Tesla Model S, von denen vier Stück auf der Tour mit dabei sind, liegt bei 500 Kilometern. Ein aufgerüstetes Elektroleichtfahrzeug Twike schafft das auch. Ein Renault Zoe bringt es als sehr alltagstaugliches Fahrzeug auf eine Reichweite von 140 bis 200 Kilometer. Abhängig von der jeweiligen Berufssituation ist Marita Hansen der Meinung, mit diesen e-Mobils 80 bis 90 Prozent der Fahrten im Alltag bewältigen zu können. Für Landrat Rolf Christiansen, der mit Verkaufsleiter Nico Jäckel vom Autohaus Hildesheim Ludwigslust selbst in einem VW eUp zum Schlossplatz fuhr, könnten in Zukunft Kurierfahrzeuge des Landkreises auf Strom umgestellt werden. „Wir als Landkreis lassen ein Konzept erstellen, wie wir solche Fahrzeuge einsetzen können, die deutlich wirtschaftlicher sind. Die Anschaffung könnte über die Metropolregion Hamburg gefördert werden“, so der Landrat, der von der Fahrt im Elektromobil schwärmt. „Sehr leise, als ob man mit der Bahn fährt.“

Dieses Gefühl kennt Matthias Fenner aus Neu Zachun schon seit gut einem Jahr. Er fährt einen Renault Zoe Intenso mit Ludwigsluster Kennzeichen, den hat er sich im Juni vorigen Jahres in Schwerin gekauft. Ein dreiviertel Jahr zuvor hatte er ihn bestellt. „Ich bin sehr zufrieden. Mein Frau hat als Friseurmeisterin Geschäfte in Fahrbinde, Pampow und Banzkow, zwischen diesen Orten pendle ich dann mit dem eMobile.“ Sein Wagen kostete 24000 Euro als Vollausstattung. „Die Batterien mietet man dazu. Das sind noch mal 70 Euro bei einer Laufleistung von bis zu 12 000 Kilometern im Jahr. Was aber das Wichtigste ist: Der Verbrauchswert liegt bei den gegenwärtigen Strompreisen bei 4 Euro auf 100 Kilometer. Das Aufladen dauert mit Starkstrom gut 50 Minuten, langsam über Nach etwa acht Stunden“, so Matthias Fenner, der von vielen interessierten Ludwigslustern umringt war. Inzwischen waren auch Tourteilnehmer aus Tschechien, Österreich sowie Holland angereist, die den Auflade-Service der Stadtwerke nutzten. Am Nachmittag ging es dann weiter nach Berlin, ehe am 26. Mai die eTourEurope über Zürich, Luxemburg, Paris, Brüssel, Amsterdam, Hamburg, Berlin, Prag, Bratislava, Budapest und Wien in München wieder endet.

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