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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 13:38 Uhr

ZkWAL Ludwigslust : Streit um neuen Verbandssitz

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kauf und Umbau kosten den ZkWAL deutlich mehr als ursprünglich erwartet / Debatte über Umbauarbeiten verschoben

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Der neue Sitz des Zweckverbandes ZkWAL wird deutlich teurer als gedacht. Das bringt viele Mitglieder der Verbandsversammlung in Rage, wie sich auf der jüngsten Sitzung zeigte. Aus gutem Grund: Schließlich bekommt der Verband sein Geld – abgesehen von Fördermitteln – nicht von irgendwem, sondern von den Menschen aus der Region, die über den ZkWAL mit Trinkwasser versorgt werden und über ihn ihr Abwasser entsorgen können.

Für rund 700 000 Euro hat der ZkWAL in Ludwigslust ein Grundstück mit mehreren Gebäuden an der Techentiner Straße gekauft, das einst die BBS Start nutzte. In eine Halle soll die Verwaltung ziehen, in zwei weitere Gebäude die Mitarbeiter von Trinkwasser- bzw. Abwasserbereich, die bislang überwiegend Räume direkt an den Wasserwerken bzw. Kläranlagen nutzen. Die geschätzten Umbaukosten lagen bei 100 000 Euro, als die alte Verbandsversammlung im Vorjahr dem Kauf zustimmte. „Im April waren es dann 350 000 Euro, jetzt sind wir bei 600 000 angekommen“, ereiferte sich Neustadt-Glewes Bürgermeister Arne Kröger. „Wir waren gegen diese Investition, weil sie nicht wirtschaftlich ist.“ Ein konkreter Kostenvergleich zwischen dem jetzt genutzten Objekt im Fliederweg und der neuen Liegenschaft in der Techentiner Straße, der auch die künftigen Bewirtschaftungskosten einbezieht, lag nach Krögers Aussage bis Montagabend nicht vor.

Eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung schob ZkWAL-Geschäftsführer Stefan Lange auf der Sitzung nach. Nach seiner Überzeugung ist der finanzielle Aufwand für das neue Objekt nicht größer als jener für den bisherigen Verwaltungssitz – unter anderem dank eingesparter Mietkosten. Allerdings hat Lange in seiner Rechnung auch Einnahmen aus dem Verkauf nicht mehr benötigter Grundstücke und aus der Vermietung nicht benötigter Hallen auf dem neuen Firmengelände berücksichtigt – obwohl es in dieser Hinsicht bislang wenig Konkretes gibt.

Die Tatsache, dass der Verband in diesem Jahr – wie von Stefan Lange eingangs der Diskussion erwähnt – in anderen Bereichen weniger investiert hat als geplant, stimmte die meisten Mitglieder der Verbandsversammlung nicht milder. Man könne das gesparte Geld doch nicht einfach für den Verwaltungssitz verwenden, sagte der neue Verbandsvorsteher Peter Warnecke. „Man hätte es stattdessen auch für die Tilgung (von Schulden, d.Red.) oder stabile Beiträge einsetzen können“, so der Neustädter Stadtvertreter.

Auch Stefan Langes Erklärung, dass die zwischenzeitlichen Kostenschätzungen nur einen Teil des Objektes, die jetzt geplanten rund 600 000 Euro aber alle drei benötigten Hallen betreffen, änderte nichts an der schlechten Stimmung – und an Gesamtkosten von mittlerweile knapp 1,5 Millionen Euro. „Wenn wir das damals gewusst hätten, hätten wir den Beschluss (zu Kauf und Umbau, d.Red.) nicht gefasst“, sagte Rolf Warnk aus Neu-Kaliß.

Burkhard Thees, Kalisser Bürgermeister, sieht nicht die Notwendigkeit, alle Mitarbeiter aus Trink- und Abwasserbereich in Ludwigslust zusammenzuziehen. Die räumlichen Bedingungen an den Anlagen seien sehr gut. Umbau für die Verwaltung ja, alles andere auf Eis legen – so sein Vorschlag, der aber nicht mehr zur Abstimmung kam. Viola Tonn, Wöbbeliner Bürgermeisterin, hatte beantragt, den Beschluss über den Nachtragshaushalt und damit über den geplanten Umbau auf die nächste Sitzung zu verschieben. Dem stimmte die Mehrheit zu – und damit gegen den eigenen Vorstand, der den Nachtragshaushalt entgegen früherer Absprachen schon jetzt mit auf die Tagesordnung genommen hatte. Doch wie die Debatte auch ausgeht – der ZkWAL ist und bleibt Eigentümer des Grundstücks.

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