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Neustadt-Glewe : „Streit ja, aber ohne Beleidigung“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schulsozialarbeiterin Gerlind Klus stellte sich den neuen 5. Klassen der Regionalen Schule „Karl Scharfenberg“ Neustadt-Glewe vor

von
erstellt am 29.Aug.2014 | 07:00 Uhr

„Wer von Euch hat denn eine Ahnung, was eine Schulsozialarbeiterin macht?“ Ein Mädchen antwortet prompt: „Sie gibt Schülern Hilfe, wenn sie verprügelt oder gemobbt werden.“

Gerlind Klus ist seit 20 Jahren Schulsozialarbeiterin der Awo an der Regionalen Schule „Karl Scharfenberg“ in Neustadt-Glewe. In dieser Woche stellte sie sich den Schülerinnen und Schülern der beiden neuen 5. Klassen vor. SVZ war dabei, als Gerlind Klus in die Klasse 5a ging. „Also, hier wird niemand verprügelt“, sagte sie. „Und auch mit dem Wort ,Mobbing‘ sollten wir vorsichtig sein. Wenn man sich mal streitet, heißt das nicht, dass man gemobbt wird.“

Die Schulsozialarbeiterin erklärte den Kindern: „Wenn Ihr Sorgen habt, dann kann ich Euch helfen. Was wir dann besprechen, bleibt unter uns. Es sind Dinge, die nur Euch betreffen.“ Sehr einfühlsam sprach Gerlind Klus darüber, dass die Kinder vielleicht einmal schlechte Zensuren bekommen, sich aber nicht trauen, es Mutti und Vati zu sagen. „Ich habe noch nie erlebt, dass eine Mutti dann böse ist. Wenn Ihr aber möchtet, begleite ich Euch zu Euren Eltern.“

Ausführlich ging Gerlind Klus dann auf die in der Klasse von den Kindern selbst aufzustellenden Regeln ein. Auf die Frage, was man eigentlich in der Klasse brauche, damit es einem gut gehe, antwortete ein Junge : „Der Zusammenhalt ist wichtig.“ Ein Mädchen ergänzte: „Nette Lehrer“, ein anderes meinte: „Kein Gekreische“. Gerlind Klus schmunzelnd: „Die ,netten Lehrer‘ brauchen wir nicht in die Klassenregeln aufnehmen. Hier sind alle Lehrer nett.“ Sie erklärte den Kindern, dass es auch in der Klasse sicher Streit geben werde. Jemandem die Meinung zu sagen, sei wichtig und richtig. „Aber ohne Anschreien, ohne Beleidigung, Kneifen, Schubsen oder Schlagen“, so die Sozialpädagogin.

Gegenüber SVZ betonte sie, dass Klassenregeln keine Verbote enthalten sollten. Es gehe eher darum, positive Verhaltensweisen zu entwickeln, wie „Ich achte und helfe meinem Mitschüler“, „Ich erscheine pünktlich zum Unterricht“ oder „Ich lache meinen Mitschüler nicht aus“.

Ausdrücklich aber betonte Gerlind Klus, dass die Klassenregeln den Kindern nicht von außen aufgedrückt werden sollen. „Letztendlich stellen die Mädchen und Jungen ihre eigenen Regeln in den Klassen selbst auf“, sagt die Schulsozialarbeiterin.

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