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Ludwigsluster Tageblatt

24. Oktober 2017 | 11:48 Uhr

Ludwigslust : Straßen wurden zu Eisbahnen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Wintereinbruch hatte zahlreiche Unfälle auf Straßen und Autobahnen im Landkreis zur Folge

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Weiße Pracht auf den Bäumen und dem Waldboden – doch zumindest Autofahrer hatten am Donnerstagmorgen keine Zeit, diesen Anblick zu genießen. Vielerorts hatten sie Mühe, ihre Wagen überhaupt auf den Straßen zu halten. Nicht jedem gelang das.

Der Wintereinbruch in der Nacht sorgte vor allem gestern Morgen für Chaos auf den Straßen. Sprecher Klaus Wiechmann von der Polizeiinspektion Ludwigslust: „Wir haben von Mittwoch um 19 Uhr bis Donnerstagmorgen um 7 Uhr auf winterlichen Straßen im Landkreis Ludwigslust-Parchim insgesamt 15 Glätteunfälle registriert. Dabei wurde eine Person leicht verletzt. Schwerpunkt der Unfälle war insbesondere die A 24 zwischen dem Rastplatz Stolpe und Zarrentin, auf der es zu sieben Glätteunfällen kam.“

Wie Klaus Wiechmann sagte, waren auch im morgendlichen Berufsverkehr viele Bundes- und Landesstraßen sowie einige Autobahnabschnitte zum Teil noch stark vereist. Im Laufe des Vormittags ereigneten sich dann auch in der Region sieben weitere Karambolagen, darunter drei auf der A 24.

Und das, obwohl bereits seit Mittwochabend auf der A 14 und der A 24 in unserer Region insgesamt 16 Räum- und Streufahrzeuge im Einsatz waren. Dezernatsleiter Burkhard Kohn vom zuständigen Autobahnamt: „Nach den ersten Streueinsätzen war es in den Morgenstunden nochmals zu einem Temperatursturz von bis zu sieben Grad gekommen. Dadurch fror der bereits auf den Fahrbahnen befindliche Salz-Matsch erneut und es kam örtlich zu gefährlicher Glätte. Wir appellieren an alle Kraftfahrer, ihre Fahrweise den Witterungsbedingungen unbedingt anzupassen.“

Im Bereich der Straßenmeisterei Ludwigslust (rund 250 Kilometer Bundes- und Landesstraßen) waren am Donnerstagmorgen seit 3 Uhr insgesamt sechs Räum- und Streufahrzeuge unterwegs. Trotzdem behinderte auch in den darauf folgenden Stunden vor allem Eis den Verkehr.

Dezernent Dietmar Greßmann vom Straßenbauamt Schwerin: „In den Streufahrzeugen wird die Oberflächentemperatur auf der Fahrbahn automatisch gemessen. Je nach Temperatur wird dann ebenfalls automatisch eine bestimmte Menge Salz auf die Straße gebracht. Normalerweise befindet sich im Winter schon Restsalz auf den Straßen, so dass sich Streusalz dann sowohl unter wie auch auf der neuen Eisschicht befindet und diese schneller zum Schmelzen bringt. Da es aber bisher keinen Wintereinbruch gegeben hatte, gab es auch kein Restsalz auf den Fahrbahnen und das Eis konnte sich länger halten.“ Außerdem würde man mit „Augenmaß“ Salz streuen, um die Bäume an den Straßen nicht zu schädigen, so der Dezernent.

Auch auf den Kreisstraßen (im Landkreis insgesamt 975 km) wurde am Donnerstagmorgen seit 3 Uhr geräumt, wie Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises, informierte. Dafür standen 20 Fahrzeuge bereit. Wie Andreas Bonin weiter informierte, gab es aufgrund der Situation im Tagesverlauf entsprechende Kontrollfahrten und weitere Räumeinsätze.

Doch auch innerorts gab es Probleme. Neustadts Bauhofleiter Uwe Galonska: „Wir waren seit 5 Uhr mit insgesamt vier Fahrzeugen unterwegs, haben Schnee geschoben und Salz gestreut. Das Problem war, dass es aus der Nacht bereits eine festgefahrene Schnee- bzw. eine Eisdecke gab und das Salz deshalb nicht sofort wirkte. Darum waren wir auch am Vormittag nochmals unterwegs.“

In Grabow begann die Schicht für sechs Mitarbeiter des Bauhofs um 3.30 Uhr. „Sie waren mit drei Fahrzeugen im Stadtgebiet und in den Ortsteilen unterwegs“, so Bürgermeister Stefan Sternberg. „Besonders freue ich mich, dass viele Bürger ihre Gehwege schon früh von Schnee und Eis befreit hatten.“

In Ludwigslust schoben Mitarbeiter des Stadtbauhofes mit vier Fahrzeugen Wege und Zufahrten frei und streuten Sand. Bauhofleiter Bodo Thees: „Wir haben am Donnerstagmorgen um 4 Uhr mit dem Räumeinsatz begonnen.“

Die Witterungsbedingungen am gestrigen Donnerstag wirkten sich auch auf den Nahverkehr in der Region aus. Detlef Arndt, Abteilungsleiter der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP): „Es gab Verspätungen, die sich aber im Rahmen hielten. Busausfälle hatten wir nicht zu verzeichnen.“




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