Straße statt Schiene

Minister will Bus statt Südbahn / Beratung am 10. März

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03. März 2014, 16:43 Uhr

Auf der Zusammenkunft des Regionalen Planungsverbandes Westmecklenburg in Ludwigslust war auch die Südbahn Thema. Am 11. Dezember hatte sich der Verband einstimmig für ihren Erhalt ausgesprochen. Der Vorsitzende wurde seinerzeit beauftragt, diesen Beschluss dem Energieministerium schriftlich mitzuteilen. „Wir haben ein Antwortschreiben erhalten“, sagte Gerd Holger Golisz am Mittwoch.

Darin heiße es, dass es sich bei den geforderten Erhalt der Bahnstrecke im Regionalen Raumentwicklungsprogramm um Grundsätze und nicht zwingend um umzusetzende Ziele handele. „Diese Position ist nach meiner Rechtsauffassung nicht vertretbar und entgegen zu treten“, so Golisz. „Es ist unsere Aufgabe, das Regionale Raumordnungsprogramm aufzustellen, zu ändern oder zu ergänzen. Wir legen diese Grundsätze fest, um damit bestimmte Ziele zu erreichen.“

Gleichzeitig laute eine Bestimmung, auf die Umsetzung getroffener Festlegungen hinzuwirken: „Und genau aus diesem Grund haben wir auf unserer letzten Sitzung den Beschluss zum Erhalt dieser Bahnlinie gefasst.“

Das Energieministerium begründe die Schließungsabsicht mit finanziellen Gründen und verweise auf eine beabsichtigte alternative Busbedienung. Zwischenzeitlich sei im Auftrag von Pro Schiene jedoch ein Gutachten erarbeitet worden, welches die Zahlen des Ministeriums in Frage stelle. Es werde dem Vorsitzenden der Verbandsversammlung, Landrat Christiansen, übergeben.

„Wir kritisieren die Position des Energieministeriums auf das Schärfste!“, sagt Golisz. „Die zukünftige Verbindung der Bahnhöfe zwischen Parchim über Lübz nach Waren durch ein Busangebot ist keine Weiterentwicklung des Personennahverkehrs, sondern eine starke Reduzierung. Das Ministerium schafft damit ein Schienenloch und schwächt diese schon strukturschwache Region noch mehr.“ Insbesondere die Städte Lübz und Malchow und ihre Einwohner bräuchten die Anbindung zu den Nachbarstädten, womit auch die Anbindung an das überregionale Schienennetz verbunden sei.

Das Energieministerium hat jetzt die Bürgerinitiative und die Bürgermeister der betroffenen Kommunen zu einer Beratung ins Ministerium eingeladen. Termin ist am 10. März.

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