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Sanddorn Storchennest GmbH in Ludwigslust : Storchennest setzt auf "Bio deluxe"

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Erstmals erntet die Sanddorn Storchennest GmbH in Ludwigslust Demeter-Qualitätsbeeren. Die Ernte der vitaminreichen Früchte läuft aktuell auf Hochtouren.

svz.de von
erstellt am 31.Aug.2012 | 11:08 Uhr

Ludwigslust | Immer wieder fährt die Astschere in den Sanddornstrauch und lässt im Sekundentakt die orangeroten Früchte zu Boden sinken. Mit geübten Bewegungen führt Maik Bockentin das Erntegrät und greift, wenn nötig, beherzt in das dornige Gewächs, um auch den letzten mit Beeren behangenen Ast auf den Erdboden zu befördern.

Maik Bockentin ist einer von 27 Helfern, die momentan auf den Plantagen der Sanddorn Storchennest GmbH die Ernte einbringen. Seit dem 20. August geht es jetzt sechs bis acht Wochen lang täglich für acht Stunden auf die Felder. Dabei hat die diesjährige Ernte eine herausragende Besonderheit, auch wenn es den Erntehelfern nicht auffallen mag.

Zusammenspiel zwischen Menschen, Erde und Kosmos

"Was diese Saison hervorhebt ist, dass wir zum ersten Mal Demeter-Beeren, also sozusagen ,Bio deluxe’ anbauen", erläutert die Geschäftsführerin der Sanddorn Storchennest GmbH Ilona Schreiber. "Hier steht das Zusammenspiel zwischen Menschen, Erde und Kosmos im Mittelpunkt", verdeutlicht die Geschäftsführerin. Hierbei wird die Gedankenwelt und Methodik von Rudolf Steiner als Grundlage genommen. Den Böden und Pflanzen werden durch die Anwendung von Präparaten aus Heilpflanzen, Kiesel und Kuhdung "Lebenskräfte" vermittelt, die sich positiv auf die erzeugten Lebensmitteln auswirken sollen. "Dafür wird extra durch die bäuerliche Gesellschaft ein Präparat auf die Plantagen aufgebracht", erklärt Schreiber. Vor allem von großen Saft herstellern sei die Nachfrage nach Demeter-Beeren gestiegen. Diese Bedürfnisse wollen nun auch die Sanddornproduzenten der Storchennest GmbH befriedigen, die allerdings auf ihren insgesamt 120 Hektar Sanddornfläche dieses Jahr keine Rekordernte erwarten.

"Durch das späte Frühjahr und den Frost sind viele Blüten teilweise abgefroren", beschreibt Schreiber, die mit ihrem Team in diesem Jahr etwa auf 80 ha ernten möchte. Aber auch wenn die Ernte in diesem Jahr nicht ausreicht, um das insgesamt 150 Tonnen umfassende Kühlhaus zu füllen, soll es nicht nur halb gefüllt bleiben. "Wir versuchen dann so viel wie möglich von weiteren biozertifizierten Händlern aufzukaufen, auch wenn es nicht einfach wird", verdeutlich Ilona Schreiber, die ungefähr 40 Tonnen ihrer Ware für die eigene Produktion nutzt, den Rest nach Italien, Frankreich oder auch Österreich verkauft. Und auch die Verarbeitung der "heimischen Ware" erfolgt nicht in der Region. "Leider gibt es hier in der Nähe keine biozertifizierten Unternehmen, deshalb gehen die Beeren einmal durch die Bundesrepublik", beschreibt Schreiber.

Der Weg der Erntehelfer ist dafür meist umso kürzer. So geht es täglich zu einer der 15 Plantagen im Ludwigsluster Umland, die Namen wie "Hühnerkoppel" oder "klein Russland" tragen. An diesem Tag sind Maik Bockentin und seine Kollegen auf der Plantage "Helden Hain". Diese existiert bereits seit 25 Jahren und wird aufgrund des Baus der A 14 nach der Ernte gerodet. Trotz des hohen Alters der Sträucher und des eigentlich geringen Ertrages, hinterlässt die Ernte deutliche Spuren. So sind die Arme von Maik Bockentin mit Schrammen nur so übersät. Aber das macht ihm wenig aus. "Das sind Kollateralschäden, das geht nach einmal duschen weg. Aber auf die Augen muss man wegen den Ästen viel mehr aufpassen", erklärt der 49-Jährige, bevor er sich wieder dem Sanddorn widmet und mit Hilfe seiner Astschere die orangeroten Früchte im Sekundentakt zu Boden sinken lässt.

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