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Kritik an "Neuen Bauernregeln" : „Stoppen Sie diese Kampagne“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Unmut über „Neue Bauernregeln“: Grabower fordert Dialog ohne Beschmutzung

svz.de von
erstellt am 05.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Landwirte in der Region ärgern sich über die geplante Plakat-Kampagne des Bundesumweltministeriums, die deutschlandweit für mehr Naturschutz in der Landwirtschaft werben soll. Mit neu ausgedachten Bauernregeln, wie: „Zu viel Dünger das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt“ oder „Gibt’s nur Mais auf weiter Flur, fehlt vom Hamster jede Spur.“ Manfred Leberecht, Landwirt aus Grabow, kann darüber gar nicht lachen. Er fühlt sich durch die Aktion verletzt und fordert einen sofortigen Stopp der Kampagne. „Hier wird ein ganzer Berufsstand verunglimpft“, sagt er gestern gegenüber SVZ. „Wir Bauern arbeiten täglich engagiert, um die Verbraucher mit sicheren Lebensmitteln zu versorgen.“ Leberecht, der in Grabow seit zwanzig Jahren Mutterkuhhaltung betreibt, wünscht sich statt dieser plakative Sprüche einen sachlichen Dialog. „Lassen Sie uns an einen Tisch setzen und über Veränderungen reden. Aber bitte nicht mit dem Vorsatz, die Landwirtschaft zu beschmutzen.“

Eine der „neuen Bauernregeln“ des Bundesministeriums, die für Unmut bei den Landwirten sorgt.
Eine der „neuen Bauernregeln“ des Bundesministeriums, die für Unmut bei den Landwirten sorgt. Foto: Repro Müller
 

Wie sehr die Kampagne die Landwirte in der Region empört, erlebt auch Nicole Gottschall, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Ludwigslust e.V.. „Es hagelt Kritik von überall“, sagt sie. „Der Gegenwind ist groß und vielleicht reicht er, die Aktion zu kippen.“ Ihr erster Gedanke nach Bekanntwerden der Kampagne: Wer keine Ahnung hat von Ackerbau und Schwein, der sollte besser ganz still sein. „Aber den habe ich schnell verworfen“, sagt sie. „Denn damit begebe ich mich ja auf das niedrige Niveau der Ministerin.“ Laut Gottschall liefert die Kampagne ein „völlig falsches Bild der modernen Landwirtschaft“. Das hätten die Menschen, die sieben Tage die Woche und das 365 Tage im Jahr arbeiten, um uns alle satt zu machen, nicht verdient.

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