Neu kaliss : Stolz auf den neuen Namen

Bürgermeister Burkhard Thees (r.) bedankte sich bei Achim Bötefür (l.) und seiner Mutter Gertrud. Fotos: Schulze (2)
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Bürgermeister Burkhard Thees (r.) bedankte sich bei Achim Bötefür (l.) und seiner Mutter Gertrud. Fotos: Schulze (2)

Regionalmuseum in Neu Kaliß wird nach 24 Jahren umbenannt / Gründer Hans Joachim Bötefür wird postum für sein Arbeit geehrt

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24. Mai 2017, 07:00 Uhr

Seit 24 Jahren präsentiert das Regionalmuseum in Neu Kaliß eine geologische und heimatkundliche Sammlung und erinnert damit an die Geschichte der Region. Aufgebaut wurde das Museum 1993 von Hans Joachim Bötefür, der knapp 50 Jahre in dem Haus in der Karl-Marx-Straße lebte. Seit gestern trägt das Museum nun auch den Namen seines Gründers.

Gertrud Bötefür und ihr Sohn Achim, die heute in Schwerin leben, waren sich zunächst nicht sicher, ob sie den Namen ihres Mannes und Vaters für das Museum hergeben sollen. „Wir waren erst einmal dagegen. Denn wir fragten uns, ob das in seinem Sinne gewesen wäre?“, erinnert sich Gertrud Bötefür, Witwe des 2009 verstorbenen Hans Joachim Bötefür, den alle nur Jochen nannten. Doch die Gemeinde, allen voran Bürgermeister Burkhard Thees und Museumsleiterin Karin Koch, ließen nicht locker. Erst in der vergangenen Woche stimmte die Gemeindevertretung einstimmig für die Umbenennung des Regionalmuseums. „Wir haben in den letzten Wochen und Monaten oft mit Frau Koch und Herrn Thees telefoniert, sie haben uns zum Nachdenken gebracht. Und dann haben wir letztendlich doch zugestimmt“, erklärt Bötefürs Sohn Achim.

Vor Familie Bötefür, Vertretern der Nachbargemeinden und des Amtes Dömitz-Malliß, Freunden und Bekannten enthüllte Burkhard Thees stolz die neue Tafel für das Museum, welches nun den Namen „Regionalmuseum Hans Joachim Bötefür“ trägt. „Heute ist ein besonderer Tag für unsere Gemeinde und für die gesamte Region. Jochen war Jemand, der vor Ideen sprudelte. Ihm verdanken wir dieses Museum, welches Erinnerungen für die nächsten Generationen bereithält“, eröffnete Burkhard Thees die feierliche Enthüllung.

Jochen Bötefür zog 1952 mit seiner Frau Gertrud nach Neu Kaliß und war bis 1973 als Dorfschullehrer tätig. 1954 kam hier Sohn Achim zur Welt. Bötefürs Interessen galten der Geologie, Botanik, Volkskunde und Heimatgeschichte. 2008 wurde Jochen Bötefür zum ersten und bisher einzigen Ehrenbürger der Gemeinde Neu Kaliß ernannt. Im Regionalmuseum, dessen Geschichte 1993 mit einer Vitrine im heimischen Schlafzimmer der Bötefürs begann, erwarten die Besucher Ausstellungen zur Geschichte des Braunkohlebergwerks in Malliß, über die Entwicklung der Papierherstellung in Neu Kaliß und eine geologische Ausstellung.

Umrahmt wurde die feierliche Eröffnung mit einem musikalischen Programm der Schüler der Viktor-Bausch-Grundschule Neu Kaliß. Bei selbst gebackenem Kuchen und einer Tasse Kaffee blieb den Gästen dann noch viel Zeit, um sich über gemeinsame Erinnerungen und den neuen Namen auszutauschen. „Ich bin stolz auf meinen Mann und froh, dass wir zu diesem Vorschlag Ja gesagt haben“, sagt Gertrud Bötefür mit einem Blick auf das neue Namensschild.

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