Ludwigslust : Stellenwert der Kultur wächst

Prof. Dr. Wolfgang Vogt (l.) stimmt mit Bildhauer Wieland Schmiedel überein, dass dem kulturellen Erbe im Landkreis größere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.
Prof. Dr. Wolfgang Vogt (l.) stimmt mit Bildhauer Wieland Schmiedel überein, dass dem kulturellen Erbe im Landkreis größere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss.

Intensive Arbeit zur Vorbereitung der zweiten Kreiskulturkonferenz / Projekt „Kunst und Kultur am Fluss“ verbindet von Plau bis Dömitz

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07. August 2015, 15:52 Uhr

Kunst und Kultur kennen in der Region zwischen Plauer See und Boizenburg keine Sommerpause. Ganz im Gegenteil, hochkarätige Veranstaltungen wie „Kleines Fest im großen Park“ in Ludwigslust, die gerade stattfindende dritte Kunstschau in der Kreisstadt und das überregional viel beachtete Projekt „Schichtwechsel – Kunst aus 40 Jahren DDR“ im Mestliner Kulturhaus, beleben die Ferienlandschaft der Region maßgeblich.

Und auch in Fragen der Kulturpolitik tut sich in diesen Wochen hinter den Kulissen einiges. „Wir befinden uns in einer intensiven Arbeitsphase“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Vogt als ein Sprecher des Kreiskulturrates, der vor einem Jahr auf der ersten Kreiskulturkonferenz aus der Taufe gehoben wurde.

Im Oktober wird es eine zweite Kreiskulturkonferenz im Landkreis Ludwigslust-Parchim geben. Derzeit werden Fragen und Ideen zusammen getragen, die dort auf die Bühne kommen sollen. Beteiligt sind rund 15 Vertreter aus allen Kultur- und Kunstbereichen. Prof. Dr. Wolfgang Vogt, selbst Geschäftsführer des Kulturforums Pampin, schätzt die Zahl der im Kreiskulturrat inzwischen teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler sowie kulturinteressierten Bürger auf etwa 75.

„Wir sind für alle offen und legen großen Wert auf Transparenz“, ist ihm wichtig. Aus seiner Sicht stehen diesmal folgende Fragen im Mittelpunkt: Was ist erforderlich, damit die Kultur als unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens einen entsprechenden Platz einnimmt? Wie kann die Situation vor allem der Bildenden Künstler verbessert werden? Auf der zweiten Kreiskulturkonferenz soll es dafür mit Podiumsdiskussionen eine Plattform geben.


Nachlass darf nicht in Vergessenheit geraten


Auch der Umgang mit dem kulturellen Erbe muss aus Sicht der Kulturaktivisten neu geregelt werden. Die viel beachtete Ausstellung „Max – Malerei Skulptur Objekt“ mit Arbeiten aus dem Nachlass von Maximilian Schmiedel, die im Frühjahr in Pampin zu sehen war, hat die Diskussion befördert. „Es besteht dringender Handlungsbedarf. Eine Kulturstiftung könnte verhindern, dass der künstlerische Nachlass einfach in Vergessenheit gerät“, meint Prof. Vogt.

Für ihn wäre es auch an der Zeit, dass der Landkreis einen zentralen Ausstellungsort bekäme. „Parchim wäre als Kulturkreisstadt dafür erste Wahl“, so der Sprecher des Kreiskulturrates.

Vielversprechende Kulturprojekte nehmen Gestalt an. So hat der Kreiskulturrat maßgeblichen Anteil, dass eines der Leitprojekte des europäischen Leader-Programms zur Förderung des ländliches Raums unter dem Titel „Kunst und Kultur am Fluss“ in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden kann.

Von Plau bis Dömitz sollen sich die bereits vorhandenen Kultur- und Kunstaktivitäten wie ein rotes Band aneinander reihen.


Kulturforum soll eine Ideenschmiede sein


„Die Reichweite der vielen guten Projekte ist bislang gering. Unser Ziel ist es, dass die Aktivitäten für alle auch außerhalb der Region wahrnehmbar werden“, meint der Professor, der sich mit dem Kulturforum als Ideenschmiede für Kunst und Kultur versteht. Die Leader-Aktivitäten sollen auch personell in einer Hand liegen. Dafür wird Geld für eine Stelle zur Verfügung gestellt, die entweder beim Landkreis, dem Touristenverband oder einer Stadt angesiedelt sein könnte.

„Kunst und Kultur sind im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf einem guten Weg. Die Präsenz im Landeskulturrat trägt bereits Früchte. Nun kommt es darauf an, dass der begonnene Prozess fortgeführt wird und noch mehr Akteure einbezieht“, so Prof. Vogt.  

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