Steesow : Steesow liebäugelt mit Fusion

Einstimmig haben sich die Gemeindevertreter am Donnerstag für die Aufnahme von Fusions-Verhandlungen mit der Stadt Grabow entschieden.
Einstimmig haben sich die Gemeindevertreter am Donnerstag für die Aufnahme von Fusions-Verhandlungen mit der Stadt Grabow entschieden.

Gemeindevertreter setzen Bürgermeister-Neuwahl aus und stimmen stattdessen für Aufnahme von Verhandlungen mit Grabow

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28. März 2015, 07:00 Uhr

Die Gemeinde Steesow könnte zum Januar 2016 Ortsteil der Stadt Grabow werden. Für die Aufnahme entsprechender Fusionsverhandlungen haben sich am Donnerstag die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung ausgesprochen. Ausschlaggebend für diesen Weg sei die „allgemein unbefriedigende Situation in der Gemeinde“, sagte Silvia Reiß, die erste stellvertretende Bürgermeisterin. Daran würde auch eine Bürgermeisterneuwahl nichts ändern, so Reiß auf der Sitzung. Die Gemeinde habe seit Jahren Probleme, Konstanz in das Bürgermeisteramt zu bekommen. Erst im Februar war die 2014 neu gewählte Bürgermeisterin Heike Bewersdorf per Bürgerentscheid von den Steesowern wieder abberufen worden (SVZ berichtete). Letztendlich habe aber auch die schlechte Haushaltslage im Ort die Gemeinde dazu bewogen, über eine Fusion mit Grabow nachzudenken. Seit zwei Jahren stehe im Gemeindehaushalt ein dickes Minus. „Unsere Leistungsfähigkeit ist gefährdet, der Haushalt lässt keine Investitionen zu“, sagt die stellvertretende Bürgermeisterin. Vor dem Hintergrund sieht Steesow erst einmal von der Neuwahl eines Bügermeisters ab. „Darüber reden wir erst, wenn aus den Verhandlungen nichts wird“, so Reiß.

Vorher aber müssen Gra-bows Stadtvertreter auf ihrer Sitzung am 15. April den Verhandlungen zustimmen. „Uns ist wichtig, dass wir auf Augenhöhe miteinander reden“, sagt Grabows Bürgermeister Stefan Sternberg. „Wir brauchen die Braut nicht hässlicher machen als sie ist.“

Steesow sei eine kleine stolze Gemeinde, so Sternberg. Für Grabow wäre es die erste Fusion mit einer umliegenden Gemeinde. Einfach werde der Weg nicht, meint Sternberg. Die fehlende gemeinsame Gebietsgrenze sei zwar eine rechtliche Hürde. „Dafür haben wir aber eine Straße, die uns verbindet“, so Sternberg. Und: Steesow wäre nicht die erste Exklave nach einer Fusion.

Laufen die Verhandlungen erfolgreich, könnte schon vor der Sommerpause ein erster Vertragsentwurf vorliegen. Im Mai soll es in der Steesower Kirche eine Einwohnerversammlung geben. „Wir wollen, dass die Fusion von einer breiten Mehrheit getragen wird“, sagt Sternberg. Dazu müssen wir ein Paket schnüren, das beide Seiten überzeugt.“ Eine Konsequenz aus der desolaten Haushaltslage ziehen Steesow und Grabow schon ab 1. April. Dann übernimmt der Stadtbauhof die Bewirtschaftung der Gemeinde. Die Frage, wer bis zur möglichen Fusion als von der Rechtsaufsichtsbehörde bestellter „Beauftragter“ die Aufgaben des Bürgermeisters übernimmt, ist noch offen. Steesows Gemeindevertreter wünschen sich Stefan Sternberg. „Zu ihm haben wir Vertrauen“, sagt Wolfgang Köpp, der zweite stellvertretende Bürgermeister. „Bei Problemen konnten wir auf ihn als Ansprechpartner immer zählen.“

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