zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

24. Oktober 2017 | 08:02 Uhr

Staunen über Schnüffel-Spezialisten

vom

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2011 | 06:09 Uhr

Ludwigslust | "Oh, das ist ja richtig schwer", keucht Lena Kruse. Die 15-Jährige versucht dem Schäferhund hartnäckig Paroli zu bieten und sich nicht das Beißkissen entreißen zu lassen. Was der jungen Grabowerin, die die Regionale Schule "Friedrich Rohr " in der Eldestadt besucht, sichtlich schwer fällt.

"Und das ist nur eine Hündin von gerade mal 32 Kilo Gewicht. Stellt euch vor, ein weitaus schwererer Rüde kommt zum Einsatz", erklärt Reimund Kube. Der Polizeihauptkommissar ist Leiter der Diensthundegruppe Ludwigslust. Gestern beim Girls Day - Mädchen-Zukunftstag in Mecklenburg-Vorpommern, an dem landkreisweit 416 Mädchen in 38 Unternehmen und Behörden teilnehmen, zeigt der Beamte den 20 jungen Mädchen aus Ludwigslust, Grabow und Rastow, was die fünfeinhalb Jahre alte Hündin Lucy so alles kann. Unterstützt wird er dabei unter anderem von Polizeihauptmeister Ralf Gründler, seit drei Jahren das "Herrchen" von Lucy, oder wie es im Polizeideutsch so schön heißt, die zuständige "Bezugsperson".

Lucys Nase ist immer in Bewegung. Mal schnüffelt sie in der Luft herum, mal reibt sie am Boden entlang. Sie hat eine Fährte aufgenommen. Denn die Hundedame ist so ausgebildet, dass sie Vermisste aufspüren oder die Polizei zu Straftätern führen kann, sagt Kube. Während der klassische Fährtenhund die von einer bestimmten Person auf dem Untergrund hinterlassene Fährte aufnähme und verfolge, sei der Personenspürhund in der Lage, in einem bestimmten Gebiet Gegenstände aufzuspüren, denen menschlicher Geruch anhafte. Darüber hinaus könne er anhand des Geruchs an einem Gegenstand, mit dem eine Person in Berührung gekommen sei, diese Person suchen und finden. Und das über mehrere tausend Meter sowie über Hindernisse wie Steinmauern und Bahngleise hinweg. Dabei mache sich der Mensch den Jagdtrieb des Hundes zu eigen. "Feinste Hautpartikel mit anhaftenden Bakterien legen eine persönliche Duftspur", erklärt Kube. Der folge der Hund wie der Fährte eines Wildes. Je nach Witterung und Gelände könne er eine solche Duftspur auch nach Tagen noch erkennen. Grundsätzlich sei jeder Hund dazu fähig, so der Erste Diensthundeführer weiter. Beim Einsatz der Spezialisten auf vier Pfoten sei aber Eile geboten. Pro Minute verliert ein Mensch etwa 50 Millionen Hautzellen. Personenspürhunde eignen sich gut zum Aufspüren dieser Duftnoten. "Jede Spur ist so individuell wie eine DNA oder ein Fingerabdruck, sie ist nicht veränderbar, nicht abwaschbar und kann nicht verhindert werden", sagte Kube. Die umstehenden Mädchen nicken fast ein wenig ungläubig. Und sie erfahren, Hundeführer zu sein, erfordere sehr viel Engagement.

"Die Polizeiarbeit ist wahnsinnig interessant", gesteht Lena Kruse nach dieser Station, einer von insgesamt fünf. Sie möchte später mal bei der Polizei tätig sein, gesteht sie. Vielleicht sogar als Hundeführerin.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen