Jessenitz : Starke Bündnisse gegen Neonazis

Vertreter von Organisationen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern diskutierten am Wochenende in Jessenitz Strategien

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30. März 2014, 18:49 Uhr

Wie kann man die demokratische Kultur sowie die Rechte von Minderheiten in Mecklenburg-Vorpommern stärken? Wie kann man die landesweite, rassistische Hetze gegen Flüchtlinge eindämmen bzw. ganz verhindern?

Fragen, die Vertreter von 18 zivilgesellschaftlichen Bündnissen, Initiativen, Vereinen, Organisationen und engagierte Einzelpersonen aus Mecklenburg-Vorpommern am Wochenende im Touristikhotel des Jessenitzer Ausbildungs- und Weiterbildungsvereins diskutierten. „Die verschiedenen Bündnisse, die sich für eine demokratische Kultur und gegen Neonazis engagieren, haben sich hier noch besser miteinander vernetzt“, sagt Stella Hindemith von „Lola für Ludwigslust“, einem Projekt der Amadeu-Antonio Stiftung. Zudem wurden am vergangenen Wochenende Kompetenzen gebündelt und über gegenseitige Unterstützung bei kommenden Aktionen gesprochen.

Bei dem Treffen haben die 31 Teilnehmer vor allem über drei Themen diskutiert: die Strategie der Nazis im Kommunalwahlkampf 2014, eine Willkommenskultur mit Flüchtlingen zu gestalten und Mahnwachen für die NPD-Demonstrationen am 8. Mai in Demmin zu organisieren. „Zu dieser Demo wollen wir 100 Mahnwachen stellen“, sagt Stella Hindemith. Durch die Tagung hätten sie schon Kräfte mobilisieren können, fügt Benno Plassmann, Vorsitzender des Vereins „schloss bröllin“ hinzu. Sie, sowie die anderen Ehrenamtlichen, haben besonders den Kommunalwahlkampf von Neonazis im Blick. Denn Hindemith und die anderen Mitarbeiter beobachten, dass sich Leute mit einer rechtsextremen Gesinnung verstärkt auf bürgerlich getarnten Wahllisten zur Wahl stellen, wie beispielsweise in Ueckermünde mit „Wir von hier“. Zudem werden die verschiedene Bündnisse Vertreter als Wahlbeobachter entsenden. „Die sind wichtig, denn man kann leider nicht überall davon ausgehen, dass durch die Strukturen Bürgermeister-Kandidaten ausreichend geprüft werden“, sagt Benno Plassmann von dem Pasewalker Verein „schloss bröllin“.

Wichtig ist den engagierten Leuten zudem, dass eine Willkommenskultur mit den Flüchtlingen geschaffen wird, um ihre Lebenssituation zu verbessen. Dazu zählt u.a. eine gute Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und der Verwaltung. „Die Flüchtlinge müssen Deutschkurse besuchen können sowie einen ungehinderten Zugang zum allgemeinen Gesundheitssystem bekommen“, sagt Karen Larisch von der Villa Kunterbündnis aus Güstrow. Die „Willkommenskultur“ könne nur gemeinsam mit den Flüchtlingen bewerkstelligt werden, denn sie wüssten am besten, was sie brauchen, fügt Larisch hinzu. So gebe es auch schon erste Erfolge. „Was die Mitarbeit in Familienangelegenheiten betrifft, zum Beispiel beim Thema Schule, geht es hier in Güstrow schon Hand in Hand“, sagt Karen Larisch.

Stella Hindemith und die Mitstreiter fordern zudem die Einrichtung einer Enquete-Kommission „Demokratische Kultur“ im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns. Damit könne man die gesamtgesellschaftlichen Aufgaben langfristig koordinieren, fügt Stella Hindemith hinzu.

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