zur Navigation springen
Ludwigsluster Tageblatt

21. November 2017 | 00:08 Uhr

Ludwigslust : Stadt liebäugelt mit dem Welterbe

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Ludwigsluster Freundeskreis will Schweriner Bewerbung bei der Unesco unterstützen

von
erstellt am 09.Sep.2016 | 21:00 Uhr

Wie würde das heutige Schwerin aussehen, wenn die mecklenburgischen Herzöge nicht zwischenzeitlich in Ludwigslust residiert hätten? „Auf jeden Fall anders“, ist Iris Leithold überzeugt. Sie ist die Sprecherin des Ludwigsluster Freundeskreises Weltkulturerbe, der sich gerade gebildet hat und weitere Mitstreiter sucht.

Die derzeit rund 15 Mitglieder wollen die Schweriner Bewerbung um Aufnahme ins Unesco-Welterbe unterstützen, dabei aber auch Ludwigslust mit Schloss, Schlosspark und der barocken Stadtanlage mit in den Fokus rücken. „Die Stadt ist geplant angelegt worden, so etwas bekommt man heute kaum noch irgendwo zu sehen“, betont Iris Leithold. Zudem stamme aus Ludwigslust das Pappmaché, das auch in Schwerin noch verbaut wurde. Und die herzogliche Hofkapelle sei hier zu großer Blüte gelangt. All das gehöre ihrer Meinung nach mit in die Bewerbung. „Schwerin und Ludwigslust sind eng verzahnt, das eine baut auf das andere auf – und umgekehrt“, so Iris Leithold.

Auch wenn erste Gedanken schon älter sind – der entscheidende Anstoß kam von Bürgermeister Reinhard Mach. Er hatte im Frühjahr bei der Eröffnung des sanierten Ostflügels des Schlosses angeregt, Ludwigslust gleich zusammen mit dem Schweriner Residenzensemble für die Welterbe-Liste anzumelden. So weit gehen die Ludwigsluster Ambitionen derzeit nicht mehr. „Der Schweriner Antrag hat es ja schon auf die deutsche Vorschlagsliste geschafft. Öffnet man ihn, würde er sehr wahrscheinlich erstmal wieder rausfallen“, erklärt Iris Leithold. Deshalb wolle Ludwigslust den Antrag unterstützen, so wie er ist, soll aber mit seiner Geschichte rund um die mecklenburgischen Herzöge in die Begleittexte eingearbeitet werden. Und dann gibt es nach Ansicht des Freundeskreises zwei Möglichkeiten: Die Unesco findet es gut und ausreichend, dass Ludwigslust mit erwähnt wird. Oder der wissenschaftliche Beirat, der den Schweriner Antrag begleitet, kommt zu der Überzeugung, dass dieser nicht komplex genug ist und auf das Ludwigsluster Ensemble ausgedehnt werden sollte. Und vielleicht nicht nur auf dieses. „Das Schweriner Schloss, das Schloss Ludwigslust, die Schlösser Wiligrad, Raben Steinfeld usw. kann man eigentlich nicht getrennt sehen, sie gehören zusammen“, sagt Iris Leithold. „Sie gehören zu einer Kulturlandschaft.“ Diesen Gedanken will der Freundeskreis in die Schweriner Bemühungen einbringen und diese unterstützen. „Die Unesco legt zunehmend Wert auf Kulturlandschaften und komplexe Geschichte“, so die Journalistin aus Ludwigslust. Und auf bürgerschaftliches Engagement. Das haben die Lindenstädter mit dem Freundeskreis nun auch zu bieten – genauso wie die Schweriner.

Der Ludwigsluster Bürgermeister ist froh, dass sich der Freundeskreis gefunden hat. „Es geht dabei nicht gegen Schwerin, sondern darum, für und mit Schwerin, für die Region etwas zu bewegen“, so Reinhard Mach. „Wenn es Schwerin touristisch gut geht, läuft es auch bei uns gut.“ Und vielleicht bestehe die Chance, Ludwigslust später zum Welterbe Schwerin hinzuzufügen.

Dass man mit Geschichte allgemein und mit Ludwigsluster Geschichte Besucher locken kann, weiß Iris Leithold selbst am besten. Regelmäßig empfängt sie Gäste zu Besichtigungen und Pappmaché-Workshops in ihrem Haus in der Kanalstraße, bekannt als Palais Bülow, einstiges Offizierscasino oder früheres Pionierhaus. Am Montag stellt die Ludwigslusterin den Freundeskreis und dessen Ziele im Kulturausschuss der Stadt vor.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen