Ludwigslust : Spurensuche vor der Stadtkirche

Dirigieren Filmproduzent Mirko Schütze mit Hilfe eines Zeitungsfotos an die richtige Stelle: Celina Peters und Nicklas Mantek.
Dirigieren Filmproduzent Mirko Schütze mit Hilfe eines Zeitungsfotos an die richtige Stelle: Celina Peters und Nicklas Mantek.

Gymnasiasten arbeiten am zweiten Teil des Dokumentarfilms „Spuren der Vergangenheit Ludwigslust 1933 bis 1945“

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24. Juni 2018, 21:00 Uhr

„Noch ein Stück weiter nach links, vielleicht noch etwas höher…“ Celina Peters dirigiert den Filmemacher an die richtige Stelle. „So das müsste es sein. Film ab!“, meint Celina.

Dreharbeiten für den zweiten Teil eines Films, der sich mit einem düsteren Kapitel in der Geschichte auch unserer Region auseinandersetzt.

Der erste Teil des Dokumentarfilms „Spuren der Vergangenheit – Ludwigslust 1933 bis 1945“ weckte ein riesiges Interesse. Gegenwärtig ist Teil 2 in Arbeit. Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin: „Dieser Teil befasst sich mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus in Ludwigslust und Umgebung in den Jahren von 1927 bis 1937“.“ Vier Schülerinnen und Schüler des Ludwigsluster Goethe-Gymnasiums gestalten dieses Projekt gemeinsam mit Mirko Schütze von der Sophie Medienwerkstatt und mit den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin. Am Sonnabend trafen sich zwei der Schüler – Celina Peters und Nicklas Mantek – mit Mirko Schütze und Ramona Ramsenthaler vor der Stadtkirche in Ludwigslust zu einem Filmdreh. Celina hatte einen Zeitungsartikel aus dem Ludwigsluster Tageblatt samt Foto von 1937 dabei. In dem Bericht ging es um einen sogenannten Gautag der Nazis zehn Jahre zuvor, im Jahre 1927. Da war besagtes Foto vor der Stadtkirche entstanden.

Ramona Ramsenthaler: „Eine Idee ist nämlich, aktuelle Filmaufnahmen genau aus der Perspektive zu drehen, aus der damals die Bilder entstanden sind. Wir würden uns freuen, wenn Besitzer historischer Fotos uns diese zur Verfügung stellen könnten.“ Neben Fotos werden aber auch andere Dokumente, wie Zeitungsausschnitte oder Plakate, dringend gebraucht. „Wichtig ist, dass all diese Dokumente aus der Zeit zwischen 1927 und 1937 stammen“, so Ramona Ramsenthaler.

In diesem Zusammenhang wird es in dem Film auch um die Rolle der damaligen Garnison in Ludwigslust sowie beispielsweise um den Abriss des ersten Körner-Museums in Wöbbelin 1937 und die folgende Einweihung des neuen Museums sowie die Umgestaltung von Körners-Grabstätte gehen.

Die Stiftung Sparkasse Mecklenburg-Schwerin unterstützt das Projekt finanziell im Rahmen des Projekts „Hingucken und Einmischen – Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im öffentlichen Raum“. Die Gymnasiasten sind maßgeblich an der Erarbeitung des Drehbuches beteiligt, führen Interviews auch mit Zeitzeugen und treten im Film als Sprecher in Erscheinung. Ramona Ramsenthaler: „Die Schülerinnen und Schüler haben dabei gute Ideen.“

Wie die Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten abschließend sagt, ist die Fertigstellung des zweiten Teils des Dokumentarfilms für November dieses Jahres geplant.

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