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Ludwigsluster Tageblatt

17. August 2017 | 08:00 Uhr

Tuckhude : Spurensuche im Müllberg

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kriminalpolizei ermittelt in besonders dreistem Fall von illegaler Bauschutt-Verklappung / Anhaltspunkte auf Verursacher gefunden

Vorsichtig geht Kriminalhauptmeister Eckard Brauer um den großen Müllhaufen herum. Der Kriminaltechniker des Kriminaldauerdienstes Ludwigslust sucht nach Anhaltspunkten auf denjenigen, der den Bauschutt hier abgekippt hat. Kundigen Auges erkennt er rasch die richtigen Utensilien. Brauer geht zurück zu seinem Wagen. Im Kofferraum hat er seinen Technikkoffer. Ein alter Spülkasten ist ihm ins Auge gefallen. Sorgfältig staubt er ihn ab – auf der Suche nach Fingerabdrücken. Sein Blick schweift ein Stück weiter über den Bauschutt. Brauer zieht einen Umschlag aus dem Müll. Hier hat jemand einen Einkaufszettel geschrieben. Der Kriminaltechniker lächelt: Das kann ein guter Hinweis sein.

Der Beamte hat sich an diesem Nachmittag zu dem Waldweg an der Verbindungsstraße zwischen Wöbbelin–Neustadt-Glewe und Tuckhude begeben. Jemand hat hier etwa 500 Meter in Richtung Tuckhude etwa fünf Kubikmeter Bauschutt abgeladen, einschließlich eines alten Toilettenbeckens. Direkt am Anfang eines Waldweges „prangt“ der Müll in der nachmittäglichen Frühlingssonne.

Während illegale „Müllabfuhr“ im Schutze der Dunkelheit oft unbemerkt bleibt, ist die Polizei in diesem Falle nicht ganz ohne Hinweise. Die Beamten ermitteln seit 6. April. Da hatte ein Jäger gegen 22 Uhr beobachtet, wie ein Lkw rückwärts in den Waldweg fuhr und seine verwerfliche Ladung abkippte. Als der beherzte Zeuge hinzutreten und den Fahrer zur Rede stellen wollte, verschwand dieser Hals über Kopf mit seinem Fahrzeug.

Die Polizei ermittelt weiter, auch gestützt durch die Hinweise, die der Kriminaltechniker in dem Schuttberg gefunden hat. „Wir gehen davon aus, dass es weitere Zeugen geben könnte, die etwas beobachtet haben, was uns auf die Spur des Täters führen könnte“, so Klaus Wiechmann, Pressesprecher der Polizeiinspektion Ludwigslust. Als kleine Erinnerungshilfe: Der 6. April war ein Sonntag, ein ungemütlicher Tag mit etwas Regen. Wer zu der fraglichen Zeit in der beschriebenen Gegend etwas gesehen hat, was vom Üblichen abweicht, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Ludwigslust unter der Telefonnummer 03874 411-0 zu melden.

Übrigens ist illegale Müllverklappung kein Kavaliersdelikt. Ein klarer Verstoß gegen das Landeswaldgesetz und „unerlaubter Umgang mit Abfällen“, wie es das Gesetz nennt. „So ein Delikt kann mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden“, sagt Polizeisprecher Klaus Wiechmann.

 

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erstellt am 29.Apr.2014 | 08:56 Uhr

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