Ludwigslust : Spurensuche im Land der Bibel

Die Reisegruppe am Jordan – es ist die Stelle, an der Johannes der Täufer Jesus von Nazareth getauft haben soll. Der Fluss ist nicht breit, wo die Palmen stehen, ist bereits jordanisches Gebiet.
Die Reisegruppe am Jordan – es ist die Stelle, an der Johannes der Täufer Jesus von Nazareth getauft haben soll. Der Fluss ist nicht breit, wo die Palmen stehen, ist bereits jordanisches Gebiet.

Ludwigsluster Katholiken auf Erkundungstour im Nahen Osten

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17. November 2015, 07:00 Uhr

Eine Woche lang haben sie das Heilige Land erkundet. Rund 50 Katholiken, vor allem aus Ludwigslust und Flensburg, waren bei teils glühender Hitze in Israel und den palästinensischen Gebieten unterwegs. 13 bis 87 Jahre alt – sie alle hatten sich gemeinsam auf die Spurensuche an den Orten der Bibel gemacht und dabei einiges über das schwierige Zusammenleben der Menschen gelernt. Die erste Station der Reise hieß Jerusalem einschließlich des antiken En Kerem. In jenem heutigen Teil von Jerusalem ist nach christlicher Überlieferung Johannes der Täufer geboren worden. Weiterhin ging es nach Bethlehem, Kana (der Schauplatz der biblischen „Hochzeit zu Kana“), Wadi Quelt in der Judäischen Wüste (sowohl geschichtsträchtig als auch von der Natur her herausragend), nach Jericho, zum Toten Meer und zum See Genezareth, nach Kafarnaum, Magdala, Emmaus und an den Jordan.

Zu den nachhaltigen Erlebnissen gehören neben dem Besuch der spirituell bedeutsamen Stätten zweifellos die Begegnungen. Das bekennt der Pfarrer der katholischen Gemeinde Ludwigslust, Dr. Ludger Hölscher, unumwunden.

„Sehr berührend war der Besuch bei einer palästinensischen Familie. Der familiäre Zusammenhalt ist beeindruckend“, schildert der Pfarrer. Es sind arabische Christen. Die Frau, in Deutschland aufgewachsen, wurde schließlich verheiratet und lebt heute in dem Land, in dem drei Religionen auf teils schwierige Weise miteinander auskommen müssen. Beeindruckend sei der Appell an die deutschen Mitchristen gewesen, ihre Glaubensgeschwister im Nahen Osten nicht zu vergessen. Unvorstellbar für hiesige Verhältnisse, dass das Wasser, welches die Menschen zum Leben benötigen, ein richtiger Kostenfaktor für sie ist. Dass sie in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Dass sie zum Teil auch religiösen Anfeindungen ausgesetzt sind.

Pfarrer Hölscher gibt zu, dass viele Reiseteilnehmer angesichts der Spannungen zwischen Palästinensern und Israelis im Vorfeld Angst gehabt hätten. Das sollte sich allerdings schnell als unbegründet herausstellen. Die Reise sollte sich in großer Harmonie gestalten. Plakativ ein Bild, als bei einer Bustour durch die Wüste nach einem heftigen Wolkenbruch eine Schlammlawine die einzig passierbare Straße versperrte. Da waren dann einheimische Israelis, Palästinenser und die Touristen einträchtig beieinander, bis die Strecke wieder passierbar war. Obwohl die meisten Menschen – gleichgültig welcher Religion – friedlich miteinander zusammenleben wollen, gibt es kaum Hoffnung auf Entspannung in dem Krisengebiet. Zu groß sei der Hass, der von einflussreichen Kreisen immer wieder geschürt werde, ist die Erkenntnis der Israel-Reisenden aus Ludwigslust.

Sie haben ein Besuchsprogramm absolviert, das sie in Gedanken noch lange beschäftigen wird. Ob es spirituell bewegende Ereignisse waren, wie die Tauferneuerung am Jordan oder die Erneuerung des Eheverprechens in Kana, die Wüstenwanderung in Jericho, die Begegnung mit dem deutschstämmigen Pater Franz von der Gemeinschaft der Seligpreisungen. Letzterer konnte die Stätten der Bibel besonders bildhaft erklären. Die Begegnung mit Weihbischof Shomali aus Jerusalem, mit Bernd Besch, der einmal Pfarrer in Boizenburg war… Sie werden noch lange über ihre Israelreise sprechen.

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