Ludwigslust : Spuren der Stürme noch Jahrzehnte bemerkbar

Auch im Bereich der Steinernen Brücke hinterließ der Sturm am 5. Oktober seine Spuren.
Auch im Bereich der Steinernen Brücke hinterließ der Sturm am 5. Oktober seine Spuren.

Ludwigsluster Schlosspark aus Sicherheitsgründen weiter gesperrt. Gärtner, Forstunternehmen und Baumpflegefirmen im Einsatz.

svz.de von
04. November 2017, 05:00 Uhr

Der Schlosspark Ludwigslust wurde in diesem Herbst besonders stark getroffen. Sturm Xavier brachte Anfang Oktober hunderte Bäume zu Fall. Knapp vier Wochen später fegte mit Herwart ein noch stärkerer Sturm übers Land. Noch nie gab es im Schlosspark so gewaltige Schäden. Der Park bleibt aus Sicherheitsgründen weiterhin geschlossen. Darüber informierte Heike Kramer vom Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern.

„Gartenmeister Holger Bäthke und Baumkontrolleurin Charlotte Klawonn von den Staatlichen Schlössern und Gärten MV haben inzwischen einen groben Überblick: Etwa ein Viertel der rund 127 Hektar großen Anlage ist akut geschädigt. Hunderte Bäume – ihre Zahl kann nur geschätzt werden – sind den beiden Stürmen zum Opfer gefallen“, so Heike Kramer.

Die größten Schäden habe dabei Xavier angerichtet. Anfang Oktober waren die Bäume noch voll belaubt und boten dem Sturm eine große Angriffsfläche. Zudem sind die Böden stark durchfeuchtet, so dass die Bäume samt Wurzelteller umstürzten. Es gibt Bereiche, da steht kein einziger Baum mehr auf 10 000 Quadratmetern. In anderen Parkabschnitten seien die Bestände zwar weniger geschädigt, doch lauern hier die größten Gefahren. Nach wie vor besteht die Möglichkeit, dass sich abgebrochene Äste aus den Kronen lösen und herabstürzen. Viele Bäume sind teilweise entwurzelt, stehen schief und drohen umzustürzen. Das kann jeder Zeit, auch bei Windstille, passieren. Solange die Gefahren nicht gebannt sind, dürfe der Park nicht betreten werden.

Lediglich die Hofdamenallee ist wieder passierbar. Auch die Kleine Lindenallee, die vom Rasenparterre zur katholischen Kirche führt, darf inzwischen wieder benutzt werden. Alle anderen Wege sind absolut tabu, die weiträumigen Absperrungen sind unbedingt zu respektieren, warnt Heike Kramer.

Unermüdlich seien die Gärtner im Einsatz. Zunächst mussten angrenzende Grundstücke beräumt werden, die von Parkbäumen getroffen wurden. So war ein Baum auf eine Lagerhalle der Produktivgenossenschaft Storchennest gestürzt und hat dort großen Schaden angerichtet. Zur weiteren Unterstützung wurden auch regionale Forstunternehmen und Baumpflegefirmen beauftragt, die über die nötige Räumtechnik verfügen.

„Holger Bäthke und seine Kollegen werden noch Monate zu tun haben, um die größten Gefahrenquellen zu beseitigen. Eines wissen sie schon jetzt mit Sicherheit – es wird Jahrzehnte dauern, bis sich die Spuren der Herbststürme 2017 verwachsen haben“, so Heike Kramer.

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