Neustadt-Glewe : Sprung in die neue Saison

Fallschirmsportler beim Formationssprung am Sonnabendnachmittag hoch über Neustadt-Glewe.
Fallschirmsportler beim Formationssprung am Sonnabendnachmittag hoch über Neustadt-Glewe.

Fallschirmsportclub Mecklenburg startet mit Cessna D-FIXX in Saison mit Deutschen Meisterschaften. Neuer Hangar eingeweiht

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03. April 2017, 05:00 Uhr

Sehnsüchtig geht der Blick der Fallschirmspringer immer mal wieder in den sonnigen Neustädter Himmel. In den Mittagsstunden des Sonnabends wird die Maschine erwartet, die sie auf 4000 Meter Höhe bringen soll, um das einzigartige Gefühl zu erzeugen, das der Fallschirmsport bietet. Die Cessna 208B Grand Caravan mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-FIXX war in den letzten Monaten in der Flugzeugwerft Finsterwalde, um durchgecheckt und so auf die Saison vorbereitet zu werden. Das Flugzeug ist der ganze Stolz des Fallschirmsportclubs Mecklenburg e. V. Rund 20 Vereinsmitglieder haben sich zu einer GmbH zusammengeschlossen und stellen die Cessna zur Verfügung. Ihr neuer Hangar wartet schon auf den Flieger. Am Sonnabendabend wurde er feierlich seiner Bestimmung übergeben. Die neue Flugzeughalle war ebenfalls von mehreren Vereinsmitgliedern nach Gründung einer GmbH gebaut worden.

Dieses Jahr ist ein ganz besonderes für den Verein, der bereits seit 1989 existiert. „Es ist der erste eingetragene Verein im Land gewesen“, erklärt Jörg „Schmiddl“ Schmidtke. Er ist Zweiter Vorsitzender des Fallschirmsportclubs. Vom 26. August bis 2. September richtet der Club die Internationalen Deutschen Meisterschaften in der Lewitzstadt aus. Da kommt viel Arbeit auf die Vereinsmitglieder zu, denn an allen Tagen soll es ein umfangreiches Rahmenprogramm geben. Der Blick voraus auf dieses Ereignis ging bereits am Wochenende zum Saisonstart. Der findet traditionell Ende März, Anfang April statt. Die Witterungsbedingungen am Sonnabend versprachen ungetrübtes Sprung-Feeling. „Wir haben heute sechs Starts mit der Maschine des Vereins und ca. 80 Sprünge gemacht“, resümiert „Schmiddl“ am Ende des Tages. „Auch die ersten Tandemgäste konnten bereits den freien Fall über Mecklenburg genießen und landeten mit einem strahlenden Gesicht wieder sicher auf dem Flugplatz Neustadt-Glewe.“

Den Fallschirmsport fördern und ausbauen – das hat sich der Verein mit seinen rund 120 Mitgliedern, Springern und ihren Angehörigen, auf die Fahnen geschrieben. Jörg Schmidtke selbst hat schon 1400 Sprünge absolviert. Damit liegt er mit vorn im Verein, obwohl es Sportler gibt, die schon über 6000 Sprünge absolvierten. „Schmiddl“ gehört gleichzeitig zu den rund 20 Sprunglehrern, die es im Fallschirmsportclub gibt. Die Einen lehren die konventionelle, die Anderen die AFF-Methode. Sie wurde in den USA entwickelt. AFF steht für Accelerated Free Fall (beschleunigte Freifallausbildung). Wer Näheres darüber wissen will, kann sich zum Beispiel auf der Facebookseite des Vereins ausführlicher informieren.

Beim Fallschirmspringen steht die Sicherheit an erster Stelle. Dazu gehören zuallererst die Witterungsbedingungen. Regen, aufziehendes Gewitter, geschlossene Wolkendecke, starker Wind sind Tabus fürs Fallschirmspringen. Und auch die Luftsicherheit ist ein Thema. Sobald die Cessna aufsteigt – sie nimmt bis zu 14 Springer zugleich mit – kommt auch die Deutsche Flugsicherung mit ihrer Niederlassung Bremen ins Spiel. Da meldet sich der Pilot genauso an wie bei der Flugleitung vor Ort in Neustadt-Glewe. Von nun an haben die Fluglotsen an der Weser Neustadt-Glewe mit auf dem Schirm. Während die Springer unterwegs sind, bildet das Flugzeug einen virtuellen Kegel um das Sprunggebiet, den Sportlern auf diese Weise ein Transpondersignal gebend. Zuverlässig und sicher – viele Male im Jahr.

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