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vielank / heidhof : Sprüheinsatz sorgte für Ärger

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Uwe Baumgarten aus Heidhof und Brunhilde Vielhauer aus Vielank wurden vom Sprühnebel auf ihren Grundstücken überrascht

von
erstellt am 21.Mai.2014 | 19:00 Uhr

Der Hubschraubereinsatz aus der Luft im Kampf gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) sorgte Montag und Dienstag gleich doppelt für Ärger. Ein Ehepaar in Heidhof bei Dömitz und eine Seniorin in Vielank machten, als sie sich draußen aufhielten, eine unliebsame Bekanntschaft mit dem Sprühmittel „Foray S“, ein Biozid gegen den Eichenprozessionsspinner. Folgendes hatte sich zugetragen: Uwe Baumgarten aus Heidhof saß am Montag, dem 19. Mai, kurz vor 17 Uhr gemütlich bei einem Bekannten in der Straße des Friedens 21 auf dem Hof. „Es wurde plötzlich laut über uns. Mit einem Mal sah ich einen Hubschrauber. Dieser ist dreimal geflogen, und zweimal hat es auch diesen Sprühnebel auf uns herabgeregnet“, zeigte sich Uwe Baumgarten alles andere als erfreut. Und zu Recht, denn innerhalb von bebauten Ortschaftsteilen darf nicht geflogen und gesprüht werden. Und auch außerhalb geschlossener Ortschaften, wo Häuser stehen, werde nicht geflogen, so steht es in der Allgemeinverfügung des Landkreises zum Sprüheinsatz aus der Luft. Uwe Baumgarten: „Darauf hin wählte ich die Servicenummer 115. Dort wurde mir gesagt, dass jemand vom Flugteam zurückrufen würde.“ Später war dann aber Dr. Joachim Vietinghoff vom Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei MV (LALLF), persönlich vor Ort. Der Fachmann betreut die Aktion des Landkreises. „Er sagte zu mir, das könne nicht sein, dass hier geflogen werde, da die Piloten nach GPS metergenau ihre Einsätze ausführen würden. Ich sagte, wenn er mir nicht glaube, könne er das Gespräch ja gleich beenden“, so Uwe Baumgarten, dessen Frau Annette die hinten im Garten war, diesen Sprühnebel auch erlebte. Dr. Vietinghoff wollte sich nochmal bei ihm melden, sagte aber zum Heidhofer, dass es einige Tage dauern könnte, ehe die Auswertung vorliege. „Bis Stand gestern Mittag sei nichts passiert, sagte Uwe Baumgarten. „Das Zeug, was auf uns niederging, hat etwas gerochen. Bin dann duschen gegangen“, sagte der Heidhofer. „Den Leuten wurde das aber nicht angekündigt. An der B191 stand die Polizei und hat auf die Sprühaktion hingewiesen, teilweise war die Straßenmeisterei im Ort unterwegs.“


Im Strandkorb beim Stricken überrascht


Ähnliches musste am Dienstagnachmittag auch Brunhilde Vielhauer in Vielank erleben, zu Hause in der Feldgasse 4b. Sie saß bei schönstem Wetter in einem Strandkorb auf ihrem Grundstück beim Stricken und merkte plötzlich auch, wie mit einem Mal ein Nebel auf sie niederging. „Ich bin dann ins Haus gelaufen, aber unsere Gartenmöbel und das Spielzeug unserer Enkel war weiß gepunktet“, und ließ durchblicken, dass sie von diesem Sprühmittel pitschnass gewesen sei. „Ich habe nichts gegen das Sprühen. Aber das geht nicht in Ortschaften und nicht bei uns. Denn die Eichen vor unserem Haus haben keine Raupen. Mein Mann, der selbst lange Jahre Förster war, schaut immer wieder nach, ob die Eichen befallen sind“, so Brunhilde Vielhauer. Auch sie wählte die Servicenummer 115, und wenig später war ein Vertreter des Landkreises bei ihr Zuhause. „Aber er sagte, dass sei nicht so schlimm, mit Seife ordentlich waschen, dann passiere nichts. Ich finde, er hat das verharmlost, denn das Mittel kann Allergien hervorrufen“, so die Vielankerin, die auch Bürgermeisterin Christel Drewes informierte. Diese wiederum war auch völlig überrascht. „Ich habe nicht gewusst, dass hier gestern geflogen werden sollte, zumal dieser Einsatz in Ortslagen ja überhaupt nicht vorgesehen ist“, so Christel Drewes. „Wenn wir an unseren Bäumen Raupen feststellen, dann werden diese auf Rechnung der Gemeinde abgesaugt. Zumal wir als Kommune auch die Kosten für den Sprüheinsatz mittragen, der außerhalb der Ortschaften passiert“, erklärt die Kommunalpolitikerin gegenüber SVZ.

„Wir können bestätigen, dass über die einheitliche Behördennummer 115 die beiden Anrufe eingingen. Eine Stunde später waren ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung und Dr. Vietinghoff vom LALLF, der von Landesseite die Aktion des Landkreises begleitet, vor Ort. Sie haben mit den besorgten Bürgern die Aktion besprochen und in Augenschein genommen, was passiert sein könnte“, war von Andreas Bonin, Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim zu hören.

„In beiden Fällen ist es so, dass wir die Bürgerhinweise sehr ernst nehmen. Eine genaue Beantwortung der Fragen: Wie konnte das passieren, was ist da genau passiert, kann nur eine Auswertung der Flugkarten ergeben. Die Flugwege sind da genau markiert. Die Auswertung wird aber noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners aus der Luft ist für dieses Jahr abgeschlossen. In den nächsten Tagen werden wir dann alle Fragen der betroffenen Bürger geklärt haben. Sie erhalten dann eine abschließende Antwort“, ergänzt Landkreis-Sprecher Andreas Bonin.


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