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Ludwigsluster gewinnen bundesweiten Schülerwettbewerb : "Spielplatzdetektive" überzeugten Jury

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Die "Spielplatzdetektive", Schüler der Klasse 7a der "Peter Joseph Lenné"-Schule Ludwigslust, hatten sich 2012 mit einer Einsendung am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung beteiligt und haben gewonnen.

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erstellt am 27.Feb.2013 | 07:24 Uhr

Ludwigslust | Die "Spielplatzdetektive" aus der Lindenstadt - das sind Mädchen und Jungen aus Ludwigslust, die jetzt von höchster Stelle ausgezeichnet werden. Post aus Bonn erreichte dieser Tage die Schüler der Klasse 7a der "Peter Joseph Lenné"-Schule in Ludwigslust und ließ alle an diesem Projekt Beteiligten mit ihrer Klassenlehrerin Katrin Rössler jubeln: Die Siebtklässler hatten sich im vergangenen Jahr mit einer Einsendung am Schülerwettbewerb zur politischen Bildung beteiligt und gewonnen!

"Vor kurzem fand die letzte Stufe der Auswertung statt und eine 45-köpfige Jury hat Euren Beitrag zum Thema ,Politik brandaktuell - Spielplätze und Freizeitmöglichkeiten mit einem Ersten Preis in Höhe von 1 500 Euro ausgezeichnet. Die Jury, in der Fachlehrer und Vertreter der Kultusministerien der Länder saßen, war von der inhaltlichen Qualität und kreativen Gestaltung Eures Beitrages außerordentlich beeindruckt", war dem Schreiben von Ulf Marwege, dem Leiter des Schülerwettbewerbs zur politischen Bildung, zu entnehmen.

Gepunktet und die Jury überzeugt haben die Schüler der 7a, die bei diesem Projekt von ihrer Klassenlehrerin Katrin Rössler umfassend betreut und angeleitet wurden, mit einer illustrierten Dokumentation. "Für uns, die Klasse 7a, ist Politik brandaktuell. Wir mischen uns gern ein und bestimmen aktiv mit, was in unserer Stadt passieren soll." In der Vergangenheit, so schreiben es die Schüler, haben sie sehr eng mit der Verwaltung und der Stadtvertretung zusammengearbeitet. "Schuld daran" dass die Mädchen und Jungen der Klasse 7a überall mitmischen wollen, ist eigentlich ihre Klassenlehrerin. Katrin Rössler ist als Stadtvertreterin in Ludwigslust politisch ehrenamtlich tätig und wirkt im Sozialausschuss mit. Sie überzeugte die Schüler, nicht alles hinzunehmen, sondern Missstände aufzudecken. Bereits vor sechs Jahren entstand ein Zeitungsartikel "Grundschulkinder bewerten die Spielplätze in ihrer Heimatstadt". Mittlerweile sind die Kinder im Teenageralter. Seit dieser Zeit hat sich wenig verändert, ihre Wünsche wurden kaum beachtet. Die Kritik, so sahen es die Siebtklässler, setzte man nicht um. "Wir kannten die Spielplätze dort, wo wir wohnten. Deshalb waren wir begeistert, als uns Frau Rössler den Vorschlag unterbreitete, die Ludwigsluster Spielplätze zu untersuchen."

Die Schüler machten sich ans Werk, trafen sich in den Klassenleiterstunden und in ihrer Freizeit und erarbeiteten ein Gutachten, übergaben dann die Ergebnisse ihrer Arbeit mit allem Lobenswerten und allen kritischen Punkten dem Bürgermeister der Stadt Ludwigslust, dem Präsidenten der Stadtvertretung und den Mitgliedern des Ausschusses für Schule, Soziales und Senioren. "Stolz waren wir, als sich im September 2011 Bürgermeister Reinhard Mach mit uns am Schlossplatz traf. Wir hatten viele Vorschläge. Super fanden wir, dass unser selbst geschriebener Artikel in der ,Schweriner Volkszeitung’ und im ,Stadtanzeiger’ veröffentlicht wurde."

Seit dem Gespräch mit Herrn Mach hatte sich einiges getan. Die Spielplätze standen in den Ausschüssen, vor allem im Bau- und Sozialausschuss auf der Tagesordnung. Viele Abgeordnete wurden auf das Konzept der Schüler aufmerksam, die Fraktionen informierten darüber. Der Jugend- und Elternbeirat sicherte seine Unterstützung zu. Gravierende Mängel wurden beseitigt. "Eine gewisse Unzufriedenheit herrscht bei uns dennoch. Neue Geräte, die auf unserer Wunschliste standen, wurden überhaupt nicht berücksichtigt. Die Ludwigsluster Kinder wurden auch nicht zur Erarbeitung einer Spielplatzkonzeption eingeladen. Aufgrund dieser Tatsachen blieben wir wachsam und wollten unbedingt unser Mitspracherecht einlösen."

In Sachen Spielplatzkonzept tat sich jedoch erst einmal nichts, eine entsprechende Anfrage von Katrin Rössler in der Stadtvertretung an den Bürgermeister brachte kein Ergebnis. Aber die Klassenlehrerin ließ nicht locker, argumentierte, die Kinder möchten sich einbringen und aktiv an dem Konzept mitarbeiten. Darauf versprach der Bürgermeister, die Klasse 7a in der Schule zu besuchen und erneut das Gespräch mit den "Spielplatzdetektiven" zu suchen. Nochmals waren die engagierten Mädchen und Jungen im Stadtgebiet unterwegs, befragten Freunde und stellten eine Liste zusammen, die sie dem Bürgermeister als Vorschläge für ein künftiges Konzept unterbreiteten. Im Oktober des vergangenen Jahres gab es ein erneutes Treffen mit Bürgermeister Mach. Unter dem Motto "Was brauchen Kinder überhaupt?" wurde dort der Vorschlag unterbreitet, dass es speziell Plätze für Elf- bis Vierzehnjährige geben sollte. Die Siebtklässler interviewen die Jüngeren, damit ihre Wünsche und Vorstellungen künftig berücksichtigt werden können.

"Die Auswertung ist besonders wichtig, um ihre und unsere Wünsche zu erfüllen. So können attraktive Spielplätze geschaffen werden. Wir sind einverstanden, in Gremien wie dem Jugendrat oder später in der Stadtvertretung mitzuwirken. Nach der Schule möchten wir gern in unserer Heimatstadt bleiben. Sie muss aber für unsere Kinder noch attraktiver werden. Deshalb möchten wir bei der Gestaltung der Spielplätze aktiv dabei sein", schreiben die "Spielplatzdetektive" aus Ludwigslust.

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