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Ludwigslust : Sperger zählt auf der Welt zum guten Ton

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Internationaler Musikwettbewerb in Ludwigslust beendet

Die Finnin Maria Krykov muss immer wieder ihre feuchten Hände abwischen. Michail-Pavlos Semlis aus Griechenland hat ein Tuch mitgebracht und tupft sich zwischendurch den Schweiß vom Gesicht. Der Pole Marek Romanowski bekommt vom Dirigenten Wolfgang Harrer den dezenten Hinweis, auch den Ersten Geiger des Orchesters Concerto Celestino, Dietrich Hempel, zu begrüßen.

Die Aufregung ist groß bei den drei Finalisten des IX. Internationalen Johann-Matthias-Sperger-Wettbewerbs für Kontrabass. Am Sonntagnachmittag im Goldenen Saal des Ludwigsluster Schlosses geht es um alles. Spergers Konzert für Kontrabass und Orchester Nr. 16 D-Dur steht auf dem Programm. Die Jurymitglieder sitzen mitten im Publikum im hinteren Teil des Saales. Bewusst – wollen sie doch erleben, ob die Töne, die die Finalisten ihren Kontrabässen entlocken, auch bis hinten ankommen.

Alle drei, die sich den kritischen Blicken und Ohren stellen, sind keine heurigen Hasen. Marek Romowski studierte in Katowice, Bern und Krakow, besuchte zahlreiche Meisterklassen international, trat auf verschiedenen Festivals in Polen auf und erhielt einen Sonderpreis des Polnischen Nationalen Kulturzentrums.

Maria Krykov studierte an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin, dann in Essen und Helsinki, nahm an etlichen Meisterkursen teil und erhielt bereits mehrere Preise, so 2015 den ersten Preis im Internationalen Kontrabass-Wettbewerb in Ankara.

Michail-Pavlos Semlis studiert, nach einer Ausbildung in Athen, seit 2012 an der Hochschule für Musik in Nürnberg. Er ist Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und des Rumänischen Jugendorchesters. Beim Sperger-Wettbewerb 2014 belegte er Platz fünf.

Jeweils etwa eine halbe Stunde galt es, die drei Sätze darzubieten. Auch wenn das Publikum auf diese Weise dreimal das gleiche Konzert hörte, war es dennoch nicht dasselbe. Selbst für den Laien waren unterschiedliche Interpretationsweisen und auch dieser oder jener Schnitzer auszumachen. Das Publikum hatte wie die Jury die Möglichkeit, seinen Favoriten zu wählen. Nach drei Stunden konnte Professor Stefan Hempel, der Vorsitzende der Jury, den Wettbewerbssieger verkünden. Die Juroren entschieden sich für Marek Romanowski, von dessen Angespanntheit nichts mehr übrig war. Ein gelöster, erfrischender junger Mann präsentierte sich nun den Gästen. Die Qualitätsdichte war so groß, dass die Jury den anderen beiden Finalisten jeweils einen zweiten Platz zusprach. Alle drei werden mit Konzerten national und international belohnt. Der Gewinner Marek Romanowski freut sich darüber hinaus riesig über einen Kontrabass, gestiftet vom Berliner Geigenbauer Jakob Motter – Wert 18 000 Euro.

In die Herzen des Publikums spielte sich Michail-Pavlos Semlis, der aufgrund des großen Beifalls nach seinem Konzertbeitrag noch einmal aufs Podest musste, um sich vor dem Publikum dankbar zu verbeugen.

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erstellt am 16.Mai.2016 | 10:33 Uhr

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