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Ludwigsluster Tageblatt

17. Oktober 2017 | 04:15 Uhr

Ludwigslust : Spenden ermöglichen Deutschkurs

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Kirchengemeinde und Volkshochschule helfen Flüchtlingen und Asylsuchenden bei der ersten Orientierung im fremden Land

von
erstellt am 19.Mai.2016 | 14:16 Uhr

Wladimir ist 58 und versucht, sich in Deutsch zu verständigen. Dem Ukrainer aus Donezk gelingt das nur langsam. Dafür aber verständlich. Er beißt sich durch und versucht immer wieder, sich in der für ihn schweren fremden Sprache zu artikulieren. Wladimir ist Teilnehmer im Kurs „Deutsch lernen für Flüchtlinge und Asylsuchende“, der gegenwärtig an der Kreisvolkshochschule läuft.

Eigentlich ist gerade Pause. Trotzdem sitzen die Teilnehmer im Raum, denn sie haben Besuch bekommen: Alena Saubert ist Pastorin der Kirchengemeinde Herzfeld. Die Gemeinde hat 500 Kirchenglieder, die in Herzfeld, Möllenbeck, Ziegendorf, Karrenzin und Wulfsahl leben. Ihre Opferbereitschaft hat 730 Euro zusammengebracht, womit dieser Kurs ermöglicht werden konnte.

Vier Frauen und sechs Männer absolvieren 52 Unterrichtsstunden, um sich in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld besser orientieren zu können. „Es handelt sich um Sprachförderung auf niedrigschwelligem Niveau“, erklärt Isabel Förster, Mitarbeiterin der Volkshochschule. „Lerninhalte orientieren sich an den unmittelbaren und wichtigsten Alltagsbelangen, die Flüchtlinge und Asylsuchende für ihre Erstorientierung benötigen.“ Themenbereiche sind beispielsweise Vorstellung/Kennenlernen, Wohnen, Einkaufen, Familie, Gesundheit/ Arztbesuch, Kindergarten/Schule und Orientierung vor Ort. Im Vordergrund steht die mündliche Kommunikation, also die Förderung der Sprechfähigkeit und des Hörverstehens. So wie Wladimir es unermüdlich übt.

Heidrun Dräger, die Leiterin des Büros für Chancengleichheit des Landkreises, erklärt, warum Engagement, wie es die Kirchengemeinde Herzfeld gezeigt hat, so wichtig ist. „Staatliche Unterstützung richtet sich auf Flüchtlinge mit einer gesicherten Bleibeperspektive“, sagt sie. „Wer dies noch nicht hat, weil die Prüfung des Falles längere Zeit in Anspruch nimmt, muss sich trotzdem im Alltag zurechtfinden können. Und da sind wir dabei, Spenden zu sammeln, um solche Kurse durchführen zu können“, so Heidrun Dräger.

„Wir haben uns im September im Kirchengemeinderat überlegt, wie wir das Erntedankopfer am sinnvollsten verwenden können“, erinnert sich die Pastorin. „Es war gerade die Zeit, in der tausende Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa waren. Ich hatte meinen Urlaub in Ungarn am Plattensee beendet, trotzdem nichts davon mitbekommen. Es schien einfach unvorstellbar, was da passiert war. Wir wussten, es muss geholfen werden“, so die Pastorin.

Das Geld ist offensichtlich gut eingesetzt. „Alle Kursteilnehmer sind fleißig dabei“, bestätigt Natalia Rentsch, Lehrerin für Englisch, Spanisch und Deutsch – die Dozentin des Kurses.


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