Brenz : Spatenstich nährt Hoffnung

Gestern wurde der Spatenstich für den neuen Radweg nach Spornitz vollzogen (v.l.): Dieter Eckert (Bürgermeister Spornitz), Henry Topp (Bürgermeister Brenz), Karin Strenz (Bundestagsabgeordnete, CDU), MV-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Kreisbeigeordneter Günter Matschoß. Fotos: horst kamke / archiv
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Gestern wurde der Spatenstich für den neuen Radweg nach Spornitz vollzogen (v.l.): Dieter Eckert (Bürgermeister Spornitz), Henry Topp (Bürgermeister Brenz), Karin Strenz (Bundestagsabgeordnete, CDU), MV-Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Kreisbeigeordneter Günter Matschoß. Fotos: horst kamke / archiv

Baubeginn für Radweg von Alt Brenz nach Spornitz / Trasse von Spornitz in die Kreisstadt weiter in der Warteschleife

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22. September 2015, 07:00 Uhr

Großer Bahnhof für ein Bauprojekt in der Lewitz: Infrastrukturminister Christian Pegel ist gestern zusammen mit dem Leiter des Schweriner Straßenbauamtes Thomas Taschenbrecker und Günter Matschoß, zweiter Stellvertreter des Landrates Ludwigslust-Parchim, in die Lewitzregion gekommen, um dort den ersten Spatenstich für einen Radweg vorzunehmen. Lange hatten die Bewohner der Lewitzdörfer auf diesen Moment gewartet.

„Ein Traum wird wahr“, schwärmt der Brenzer Bürgermeister Henry Topp und erläutert: „Wer bisher als Radler auf der B 191 zwischen Alt Brenz und Spornitz unterwegs ist, spielt mit seinem Leben.“ Denn oft ist der Abstand zwischen Radfahrern und überholenden Lastern äußerst gering.

„Es ist ein ganz besonderer Tag für die Region“, beschreibt der Spornitzer Bürgermeister Dieter Eckert sein Gefühl. Als er vor immerhin 21 Jahren sein Amt als ehrenamtlicher Bürgermeister antrat, stand das Vorhaben „Radweg Spornitz-Parchim“ bereits auf der Agenda der Gemeinde. „Wir haben gemeinsam mit dem Amt Parchimer Umland hart dafür gekämpft und das Ziel nie aus den Augen verloren“, sagt der Spornitzer Bürgermeister. „Für mich ist das ein Signal, dass nun endlich Taten folgen“, so Dieter Eckert.

Auch wenn es sich nur um einen Startschuss handelt, bleibt er optimistisch. Wenn im kommenden Frühjahr wie geplant die Trasse vom Ortsausgang in Alt Brenz bis zum Ortseingang Spornitz fertig gestellt ist, soll der Weiterbau bis zur Kreisstadt unmittelbar folgen. Für den ersten Abschnitt sind Baukosten von rund 466  000 Euro eingeplant. Der Radweg wird 2,5 Meter breit sein und eine Asphaltdecke bekommen. Das Regenwasser wird in die straßenbegleitenden Gräber abgeleitet. „Wir kommen dem Ziel, mit einem Radweg den Zusammenschluss von Parchim mit der Lewitz zu erreichen, nun etwas näher. Später werden die Pedalritter von der Elbe bis zum Plauer See auf sicheren Trassen zurücklegen können. Das ist für die Region und den Tourismus ein Gewinn“, ist sich Dieter Eckert sicher.

Das sieht Henry Topp in Brenz genauso. „Wer nicht die lebensgefährliche Strecke auf der B 191 von Alt Brenz nach Spornitz und umgekehrt fahren möchte, muss bisher noch Umwege durch die Lewitz nehmen. Davon sind besonders Bewohner unserer Dörfer betroffen, die Verwandte und Freunde im jeweiligen Nachbarort haben oder aber dort arbeiten.“ Lange scheiterte der Bau des Radweges an fehlenden Bauerlaubnisverträgen für Grundstücke entlang der geplanten Trasse. „Ich möchte mich deshalb auch bei den betreffenden Grundstückseigentümern bedanken, die nach einer gemeinsamen Aussprache im vergangenen Jahr schnell reagiert haben, so dass der Bau nun möglich wurde. Ebenso gebührt den verantwortlichen Mitarbeitern im Amt Neustadt-Glewe Dank, dass sie so hartnäckig an der Sache gearbeitet haben“, sagt Topp.

Ob das Spornitzer Gemeindeoberhaupt Dieter Eckert im kommenden Frühjahr erneut zum Radwege-Spatenstich antreten kann, steht derzeit noch in den Sternen. Erst kürzlich hatte er gegenüber unserer Redaktion beklagt, dass aus seiner Sicht nicht alle ausreichend mitziehen. Die Kommunalpolitik in der Kreisstadt hat sich nach seiner Auffassung nicht ernst genug um die Klärung von Grundstücksfragen gekümmert. „Wir werden jetzt selbst Kontakt aufnehmen mit Grundstückseigentümern in Parchim, um zu vermitteln“, so Dieter Eckert vor wenigen Wochen gegenüber SVZ.

Im Parchimer Rathaus räumt man ein, dass Verzögerungen beim Radwegebau zwischen Spornitz und der Kreisstadt den offenen Grundstücksfragen geschuldet sind. „Alles hängt in der Tat an schwierigen Grundstücksproblemen“, sagt Fachbereichsleiterin Birgit Alisch. Die Stadt Parchim sei allerdings dabei nur eine Art „Gehilfe“ für das zuständige Straßenbauamt in Schwerin. Alle erforderlichen Unterlagen wurden zwischenzeitlich an die Behörde in der Landeshauptstadt weitergeleitet.

Im Angesicht des Spatenstiches am gestrigen Montag bleibt Bürgermeister Dieter Eckert aber weiter optimistisch. „Wir werden dieses Projekt zu Ende bringen.“ Er nutzt jede Gelegenheit, um die Verantwortlichen dafür in die Pflicht zu nehmen.

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