Sorry, versehentlich eingemeindet

<fettakgl>Diese historischen Fotos</fettakgl> zeigen die vermeintliche Eingemeindung von Blievenstorf ...
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Diese historischen Fotos zeigen die vermeintliche Eingemeindung von Blievenstorf ...

svz.de von
24. Juli 2012, 07:03 Uhr

Blievenstorf/Brenz | Als Juliane Sorgenfrey letzten Donnerstag von der Arbeit in Ludwigslust nach Brenz nach Hause kam, da hatte sie eine überraschende Neuigkeit für ihren Mann im Gepäck. Am Ortseingang hatte sie einen Schilder- und Zuständigkeitswechsel beobachtet. Dort, wo bislang Anfang und Ende der selbstständigen Ortsteile Alt Brenz und Neu Brenz angezeigt worden waren, waren beide Orte gleichsam über Nacht der Stadt Neustadt-Glewe zugeschlagen worden.

Amt Neustadt-Glewe mit Stadt Neustadt-Glewe verwechselt

Gleiches galt übrigens für die Gemeinde Blievenstorf. Die entsprechenden "Beweisfotos" lieferte SVZ der Mann von Frau Sorgenfrey, Johann Sorgenfrey, Brenzer Gemeindevertreter und Hobby-Fotograf. Auf allen drei nebenstehenden Bildern ist die vermeintliche Eingemeindung der drei Orte zu erkennen, die tatsächlich zum Amt Neustadt-Glewe, aber eben nicht zur Stadt Neustadt-Glewe gehören.

Aber genau dort lag offenbar der Grund für die versehentliche Eingemeindung, wie aus einer auch im Internet nachzulesenden Stellungnahme des Bürgermeisters von Neustadt-Glewe, Arne Kröger, hervorgeht. Bürgermeister Kröger bezog sich in seiner Erläuterung noch auf einen kurzen, gleichsam schilderlosen Zeitpunkt, als er schrieb: "Wie sicher aufgefallen ist, fehlen in Alt Brenz und Neu Brenz sowie in Blievenstorf teilweise die Ortseingangs- beziehungsweise Ausgangsschilder." Wie er anschließend erläuterte, seien diese Schilder nicht durch das Amt Neustadt-Glewe bestellt worden, da es eine Bundes- beziehungsweise Landesstraße sei. "Der zuständige Straßenbaulastträger hatte auf diesen Schildern nicht nur den neuen Landkreisnamen aufgetragen, sondern fälschlicherweise die eigenständigen Gemeinden neu zumindest vom Namen her der Stadt Neustadt-Glewe zugeschlagen. Tatsächlich hätte dort die Zugehörigkeit zum Amt Neustadt-Glewe aufgetragen werden müssen", fügte Arne Kröger hinzu. "Dazu ist mitzuteilen, dass auf Hinweis die Schilder wieder abgebaut wurden und durch neue ersetzt werden, da keineswegs die Zugehörigkeit zur Stadt besteht. Im Übrigen wäre hierzu auch ein formelles Verfahren der entsprechenden politischen Gremien notwendig, welches keineswegs angedacht ist. Hierbei handelt es sich lediglich um ein Versehen des Straßenbauamtes, das wir als geschäftsführende Gemeinde sehr bedauern", schließt die Erklärung des Neustädter Bürgermeisters.

Inzwischen sind an den Ein- und Ausgängen von Blievenstorf, Alt Brenz und Neu Brenz wieder - zumindest von den Schildern her - die alten und richtigen Verhältnisse hergestellt worden.

Dennoch gab es Meinungen, dass mit diesem amtlichen Schilderbürgerstreich schon mal getestet werden sollte, wie sich denn so eine Eingemeindung nach Neustadt-Glewe anfühlen würde. Daher wollte SVZ gestern Vormittag von Herrn Kröger noch einmal genau wissen, ob er denn tatsächlich solche Pläne in seiner Rathausschreibtischschublade habe. Der Bürgermeister verwies erneut auf für eine solche Absicht nötigen Beschlüsse und dementierte heftig. Es gab und gebe keine solchen Pläne, und er habe sie auch nicht in petto. Im Übrigen sind Brenz schon 782 Jahre und Blievenstorf schon 712 Jahre alt - und bisher noch immer eigenständig.

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