Ludwigslust : Sonnenstrom vom Schuldach

Wird schon in zwei Wochen die Förderung von Photovoltaikanlagen beschnitten?
Wird schon in zwei Wochen die Förderung von Photovoltaikanlagen beschnitten?

Landkreis will für rund 2,5 Millionen Euro Fotovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden installieren / Beide Landratsämter dabei

23-11367782_23-66107803_1416392139.JPG von
23. Juni 2015, 07:00 Uhr

Strom vom Dach direkt ins Büro oder den Klassenraum darunter leiten – das könnte in einer Reihe kreislicher Gebäude bald möglich sein. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim will mehrere Fotovoltaikanlagen installieren, die Sonnenenergie in elektrische Energie umwandeln. Rund 2,5 Millionen Euro muss er für die geplanten Investitionen in die Hand nehmen. Trotzdem soll unter dem Strich ein Plus bleiben. Wie das funktionieren kann, erklärte der Klimaschutzmanager des Kreises, Hannes Völsch, beim jüngsten Finanzausschuss anhand eines Beispiels, des Parchimer Friedrich-Franz-Gymnasiums.

Das Gymnasium besteht aus zwei Gebäuden mit drei bzw. vier Etagen. Rund 96 000 kWh Strom werden pro Jahr verbraucht, für die der Kreis rund 25 000 Euro bezahlen muss. Eine Fotovoltaikanlage mit rund 55 kWp (Kilowatt Peak) Spitzenleistung würde pro Jahr rund 49 000 kWh Strom liefern, von denen knapp Dreiviertel direkt in der Schule verbraucht werden. Der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist, wofür der Landkreis eine Vergütung nach dem EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) erhält. Damit würde sich der Bezug von Strom von einem Energielieferanten auf knapp 60 000 kWh pro Jahr reduzieren, die Kosten dafür auf 15 600 Euro. „Nach Abzug aller Kosten (unter anderem für Versicherung und Wartung, d. Red.) ergibt sich in 20 Jahren eine Einsparung von knapp 150 000 Euro“, erklärte Völsch. „Steigt der Strompreis weniger als angenommen, könnte es auch etwas weniger sein. Am Ende bleibt aber immer ein positives Ergebnis.“ Dazu tragen auch die niedrigen Kreditzinsen bei, die nach Aussage des kreislichen Kämmerers Dirk Schartow unter einem Prozent, vielleicht sogar unter 0,1 Prozent liegen könnten.

 Die Anlagen sollen nicht auf Maximalgröße getrimmt werden, sondern so bemessen sein, dass sich ein möglichst hoher Eigenverbrauchsanteil ergibt. Dass 100 Prozent kaum möglich sind, liege schon darin begründet, dass die Schulen in den Sommermonaten geschlossen sind, so der Klimaschutzmanager.

Eine solche Wirtschaftlichkeitsberechnung ist nach Aussage des Kämmerers für jedes einzelne Objekt gemacht worden, das für die Installation einer Fotovoltaikanlage infrage kommt. „Das sind alles Gebäude, die langfristig im Bestand gesichert sind, bei denen die Statik passen müsste und bei denen man den Belangen des Denkmalschutzes gerecht werden kann“, so Schartow. Und das trifft auf die Landratsämter Ludwigslust und Parchim zu, auf die Gymnasien in Parchim und Crivitz, auf das Schulzentrum Wittenburg und die Förderschule Hagenow, auf die Pestalozzi-Schule, die Berufsschule und die Schule am Alten Hafen (alle drei in Parchim). Diese Gebäude könnten nach den jetzigen Plänen eine Fotovoltaikanlage aufs Dach bekommen.

Den kreislichen Finanzausschuss hat die Kreisverwaltung mit ihrem klimafreundlichen Vorstoß schon überzeugt. Einstimmig wurde der 1. Nachtragshaushalt beschlossen, der notwendig ist, um die 2,5-Millionen-Euro-Investition auszulösen. Der Kreistag hat jedoch das letzte Wort – und zwar auf seiner nächsten Sitzung am 16. Juli.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen