Ludwigslust : Sonnenkönigs Hits erklangen im Goldenen Saal des Schlosses

Hätte mit ihrem Auftritt sicherlich den Sonnenkönig verzückt: Das Trio „Les Matelots“ beim Konzert im Goldenen Saal.
Hätte mit ihrem Auftritt sicherlich den Sonnenkönig verzückt: Das Trio „Les Matelots“ beim Konzert im Goldenen Saal.

Konzert auf klassischen Instrumenten aus der Barockzeit

svz.de von
28. Mai 2018, 21:00 Uhr

Verschwenderisch mit den Reichtümern, ein Förderer von Literatur, Kunst und Wissenschaft, Liebhaber des und der Schönen: So wird der französische König Ludwig XIV. (1638 bis 1715) beschrieben. Ganz im Zeichen dieses Monarchen stand das Ludwigsluster Schlosskonzert, das erste der Saison im Goldenen Saal. Dem Kammermusiktrio „Les Matelots“ gelang dabei ein unterhaltsames 90-minütiges, teilweise aber auch sehr forderndes Potpourri zeitgenössischer Klassik unter dem Titel „Versailles träumt und tanzt“.

Unterhaltsame Musik, wie sie wohl im Vorzimmer des Sonnenkönigs zu Lebzeiten erklungen sein könnte, mutmaßte der Vorsitzende des Fördervereins Schloss Ludwigslust, Dr. Gernot Hempelmann, der mit dem Leiter des Schlossmuseums, Peter Krohn, den Musikreigen eröffnete.

Das Ensemble besticht in dreierlei Hinsicht: Zum einen nutzen die Musiker klassische Instrumente der Barockzeit. Zum zweiten beherrschen Jirí Berger an der Traversflöte, Frank Petersen an der Barockgitarre und der Theorbe sowie Dávid Budai an der Viola da Gamba ihre Instrumente professionell perfekt. Und drittens ergibt ihr Zusammenspiel ein musikalisch vollkommenes Ganzes. „Les Matelots“ hätte den Sonnenkönig sicherlich verzückt. Das Trio spannte mit den Musikstücken einen Bogen, der vom morgendlichen Wecken des Königs bis in den Abend hinein beim Tanz erklungen sein könnte. Auftakt war dabei die Suite in G-Dur von Jacques-Martin Hotterre, die in unterschiedlichen barocken Tanzformen dargeboten wurde. Es folgten die Suite in e-moll von Marin Marais und das „Premir Concert“ von Michel Pignolet de Monteclair. Die Menge an kurzen Musiksequenzen überforderte die Konzentration einzelner Zuhörer allerdings. Die Endlosigkeit der „Forelle“ von Franz Schubert wurde wach, nun aber im barocken instrumentalen Klangreigen.

Das Trio ließ sich jedoch nicht drängen, spielte den Reigen leicht, ausdauernd und immer wieder bewusst improvisierend, um mit ihrem Stück „La Metelote“ schon fast neuzeitlich beschwingt das Konzert ausklingen zu lassen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen