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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge : Soldatengrab des Opas online gefunden

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Das Benefizkonzert des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird Trompeter Jan Birkner nicht vergessen: Mit Hilfe der Kriegsgräberfürsorge stieß er auf den Beisetzungsort seines gefallenen Opas.

svz.de von
erstellt am 10.Aug.2013 | 11:04 Uhr

Grabow | Dieses Benefizkonzert des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und des Landespolizeiorchesters MV aus Schwerin wird den Zuhörern in der ausverkauften Grabower Grundschulhalle, aber insbesondere dem Trompeter Jan Birkner unvergesslich bleiben: Dem Publikum, weil der musikalische Reigen des Polizeiensembles am Donnerstagabend begeisterte. Jan Birkner, weil er den Beisetzungsort seines im Zweiten Weltkrieg in Nowgorod gefallenen Opas durch die Onlinesuche des Landesgeschäftsführers des Volksbundes, Karsten Richter, unmittelbar vor dem Konzertauftakt ausfindig machen konnte. Der Musiker erlebte in wenigen Minuten ein Wechselbad der Gefühle, nahm diese beseelende Überraschung mit auf den Heimweg. Er wird die Nachricht vom Auffinden der Grabstätte seiner seit dem Jahre 1942 darauf wartenden Mutter in Potsdam überbringen.

"Es ist eine gute, Ruhe gebende Nachricht, auch für mich", meinte Jan Birkner in der Konzertpause. Die Familie wusste zwar, dass Herbert Ludwig August Schmitz im Februar 1942 im Russlandfeldzug sein Leben in Nowgorod lassen musste, doch über die letzte Ruhestätte war bislang nichts zu erfahren. "Jetzt haben wir Gewissheit!", fiel damit wohl eine Last von Birkner ab.

"Jedes Jahr werden in etwa 40 000 Kriegsopfer des Zweiten Weltkrieges auf neu geschaffenen Friedhöfen der Kriegsgräberfürsorge beigesetzt", informierte Volksbund-Mitarbeiterin Colette Schröder, die im Verlauf des Konzertes auch Bücher über die Arbeit der Kriegsgräberfürsorge und mit Schicksalsgeschichten aus dem unsäglichen Weltkrieg gefüllte Literatur anbot. "Unsere Arbeit im westlichen Europa kann als abgeschlossen angesehen werden. Doch Osteuropa bietet noch viele weiße Flecken bei der Suche nach Kriegsopfern. Erst durch ein Abkommen mit der Russischen Föderation aus dem Jahr 1992 könne dort nach den vermissten Kriegsopfern gesucht, Schlachtfelder besucht und dort recherchiert werden", informierte der Landesgeschäftsführer. Nicht selten sind aber gerade diese Tiegel von Schrecken und Blut mit Häusern, Geschäften und Betrieben überbaut worden. Dann bleibt oft nur ein Gedenkstein mit Inschrift für uns als Suchergebnis übrig." Mit sichtlicher Freude fügte Richter hinzu, dass diese Suchanfrage am Konzertabend in Grabow sicher als Glückstreffer anzusehen ist. Andererseits wird deutlich, dass die Arbeit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge immer noch als wichtig und wertvoll angesehen werden kann.

Zum Konzert: Einen Riesenapplaus mit viel Lokalkolorit erhielt die in Grabow geborene Silvia Hagen-Penske bei ihrer Premiere vor "heimischem Publikum". Die Gesangssolistin des Abends studierte von 1972 bis 1978 an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin und gehört dem mittlerweile seit 75 Jahren bestehenden Landespolizeiorchester über 26 Jahre an. Erst seit zwei Jahren gibt Christof Koert den Ton im Landespolizeiorchester an. Doch Koert ist durch seine humorvollen Beiträge zwischen den Tönen und der umfassenden Kenntnis ein Sympathieträger de luxe. Er wählt bei der Konzertpremiere in Grabow den schweren Einstieg mit einem stimmungsvoll vorgetragenen Deutschmeister Regimentsmarsch und tauchte dann mit dem Orchester in die wuchtigen Gründe der Meistersinger von Nürnberg ab. Nach Richard Wagners schwerer Kost verzauberte Solistin Hagen-Penske das Publikum mit Operettenmelodien, allen voran mit dem Lied "Lass den Kopf nicht hängen" aus Paul Linckes "Frau Luna". Die brandneue CD des Landespolizeiorchesters erhielt die Grabowerin Heidelinde Paul für ihren Versuch, die Anzahl der Musikstücke beim virtuosen Vortrag "Einzug der Plagiatoren" zu zählen. Dirigent Koert peitschte seine Musiker zur Höchstleistung. Gewinnerin Paul zählte 24 Musikstücke - es waren 37 Musiken von Volksmusik bis Musical.

Nach der Konzertpause dankten der Schirmherr und Bürgermeister der Stadt Grabow, Stefan Sternberg, und die Kreisvorsitzende der Deutschen Kriegsgräberfürsorge für die Region Ludwigslust, Dr. Margret Seemann, für einen Konzerterlös von 1818 Euro, wobei noch der Bücherverkauf und Spenden hinzukommen werden. Das Geld ist für den weiteren Ausbau von Kriegsgräberstätten in Russland und für die Jugendarbeit bestimmt.

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