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Ludwigsluster Tageblatt

14. Dezember 2017 | 23:42 Uhr

Heiddorf : So soll Heiddorf geschützt werden

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Vorbereitungsarbeiten für Errichtung einer Hochwasserschutzanlage begannen am gestrigen Mittwoch

svz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 10:08 Uhr

In lichter Höhe umfasst die Bagger-Zange den Baum-Ast und kneift ihn im wahrsten Sinne des Wortes vom Stamm ab. Dann lenkt Thomas Wendt  die Baggerschaufel  zu Boden und legt den Ast ab. Möglich wird’s, weil eine Riesen-Zange die übliche Baggerschaufel ersetzt.

Am gestrigen Mittwochnachmittag begannen in Heiddorf die Vorbereitungsarbeiten zur Errichtung einer Spundwand als Hochwasserschutz. Diese Arbeiten  werden von  der MUT Umwelttechnik GmbH  Ludwigslust entlang der geplanten Spundwand-Trasse durchgeführt.

Die eigentlichen Bauarbeiten für die Schutzwand sollen dann im Juni 2016 beginnen. Auf insgesamt 690 Meter Länge  wird  die 70 cm hohe Wand künftig Heiddorf längs der B 191 vor Hochwasser schützen. Bürgermeister Burkhard Thees sagte gestern: „Die geplante Spundwand  wird Einwohner ebenso wie das Gewerbegebiet schützen, wo über 300 Leute beschäftigt sind.“

Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD)  würdigte die „für deutsche Verhältnisse relativ kurze Zeit“ von  ersten Plänen über den zusätzlichen Flutschutz für Heiddorf bis hin zum Beginn der Arbeiten. Das sei auch möglich geworden, weil es sich um eine funktionierende Gemeinde handelt. So wurde sie sich zum Beispiel schnell mit Grundeigentümern einig und kaufte ihnen den Boden ab, auf dem nun die Schutzanlage errichtet wird. Bürgermeister Thees betonte, wichtig sei auch gewesen, dass von Anfang an die Einwohner einbezogen waren.

Der Bau der künftigen Anlage kam bereits kurz nach dem Hochwasser von 2013 ins Gespräch. Damals hatte sich gezeigt, dass Heiddorf ein Schwachpunkt im Hochwasserschutz ist. Das Hochwasserschutzsystem in Neu Kaliß und Heiddorf und damit die vorhandenen Schutzanlagen waren  nämlich auf das Bemessungshochwasser aus dem Jahre 1983 (17,35 m Normalhöhennull NHN) an der Mündung der Müritz-Elde-Wasserstraße (MEW) in die Elbe ausgerichtet. Unberücksichtigt blieb ein Eigenhochwasser der MEW. Treffen beide Hochwasser zusammen, droht Heiddorf zu überfluten.

Diese Gefahr soll die künftige Schutzanlage (18,15 m NHN)  beseitigen. Bauleiter Walter Klarmann von der Dömitzer Außenstelle des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU) erläuterte Minister Backhaus die Baupläne. Es handelt sich um eine Stahl-Spundwand, die im Notfall teilweise noch durch mobile Elemente erhöht werden kann. Die Schutzanlage wird in Form einer 690 Meter langen mit Stahlbeton verkleideten Stahlspundwand  in drei Bauabschnitten sowie einer 255 Meter langen sogenannten Verwallung errichtet.

Die Fertigstellung der Hochwasser-Schutzwand ist für das Frühjahr 2017 geplant. Die Brutto-Baukosten betragen ca. 1,5 Millionen Euro. 

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