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Ludwigslust : So sagen die Streicher „Guten Morgen“

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Große Klassik für kleine Ohren: Landesjugendorchester unter Stanley Dodds spielte gestern vor 500 Kindern aus der Region

„Wollt Ihr hören, wie die Streicher Guten Morgen sagen?“ Dirigent Stanley Dodds blickt neugierig  hinauf zur Tribüne. Dort sitzen an diesem Vormittag fast fünfhundert Kinder. Ihr lautes langes „Jaaa“ weckt die  Violinen in der ersten Reihe.  Dodds    hebt den Taktstock.  Für einen Moment ist es ganz still in der Sporthalle. Die Geigen setzen ein. Ganz leise. Wenig später sagen auch die  Holzbläser „Guten Morgen“, dann die  Blechbläser und zum Schluss die  Schlagwerker.

Für eine knappe Stunde verwandelte sich gestern die Halle im Sportforum in einen Konzertsaal. „Viele Kinder erleben heute hier zum ersten Mal einen Konzertbesuch“, sagt Musiklehrerin Ulrike Keller. Sie unterrichtet musikalische Früherziehung an den Kindergärten in der Region. „Wir haben uns gut vorbereitet. Die Kinder wissen, dass man klatscht, wenn die Musiker ihre Plätze einnehmen. Dass man nicht raschelt oder isst und trinkt.“ Toll findet sie das    Konzert-Angebot für die Jüngsten. „Wann bekommt man hier draußen auf dem Land schon mal die Gelegenheit dazu.“

Für die siebzig jungen Musiker aus ganz Mecklenburg-Vorpommern war es gestern das  erste von vier Konzerten, die sie zum Abschluss ihrer Probenwoche geben. Sieben Tage haben sie im Schloss Dreilützow Stücke aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“ und Anton Bruckners Vierter Symphonie Es-Dur einstudiert. Weil sich die Orchestermusiker nur zwei Mal im Jahr sehen, wird konzentriert geübt. „Da kommen am Tag schon mal zehn Stunden Probezeit  zusammen“, sagt Martin Doerks,  Projektleiter für das Landesjugendorchester. Warum die kleine Konzerttournee jedes Jahr im Februar in Ludwigslust beginnt, das weiß Evelyn Wegner von der Stadtverwaltung. „Vor elf Jahren fand das Probenlager noch in Ludwigslust statt. Die Jugendlichen haben im Zebef gewohnt und überall in der Stadt verteilt geübt. Die guten Verbindungen sind bis heute geblieben und dafür sind wir auch sehr dankbar.“

Weil der Andrang bei den Kinderkonzerten von Jahr zu Jahr zunahm, hat man die Konzerte aus der Stadthalle in die Sporthalle verlegt. „Hier passen mehr Zuhörer rein und man kann die Musiker viel besser sehen“, sagt Evelyn Wegner.  Auch sie ist begeistert. Nicht nur von der Leistung  der jungen Musiker, sondern auch von ihrem Einsatz. „Während andere Schüler jetzt irgendwo Urlaub machen, verbringen sie ihre Zeit sinnvoll beim Musizieren. Hut ab.“

Nach 45 Minuten Klassik in der Ludwigsluster Sporthalle  bricht  der Schlussapplaus aus. Einige Kinder rufen sogar „Bravo“ und stehen auf von  ihren Sitzen. „Es hat uns wie immer  sehr gefallen“, sagt Ramona Frenkler, Erzieherin in der Karstädter Kita. Seit vier Jahren fahren die Karstädter zu diesem Konzert. „Wir sind ein Musikkindergarten, bekommen wöchentlich Besuch vom Musikpädagogen“, sagt Frenkler. „Da ist  ein Konzert wie dieses für unsere Kinder ein ganz besonderes Erlebnis.“

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