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Ludwigsluster Tageblatt

19. November 2017 | 06:15 Uhr

Ludwigslust : Skepsis gegenüber Bürgerstiftung

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gründung in Ludwigslust momentan eher unwahrscheinlich / Stadt will Interesse an dieser Form der Vermögensbildung erforschen

von
erstellt am 27.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Soll es in Ludwigslust eine Bürgerstiftung geben? Als sich der Finanzausschuss mit einer entsprechenden Informationsvorlage der Stadt beschäftigte, stand die Skepsis der Ausschussmitglieder im Vordergrund. Auch Bürgermeister Reinhard Mach selbst zweifelt in der momentanen Situation am Nutzen eines solchen Projektes. „Die Gründung einer Bürgerstiftung ist langfristig nur sinnvoll, wenn eine breite Akzeptanz und eine höhere Stiftungssumme erreicht werden, da nur die Zinsen, die derzeit relativ gering sind, und die Spenden ausgeschüttet werden. Gegenwärtig scheint dies wenig sinnvoll, da die Ausschüttungsbeträge nur gering sein werden. Sollte sich an diesem Sachverhalt etwas ändern, wird der Stadtvertretung zur gegebenen Zeit eine Entscheidungsvorlage bezüglich der Gründung einer Bürgerstiftung vorgelegt“, schreibt der Bürgermeister dazu in der Vorlage.

„Man müsste erst einmal abfragen, wie groß das Interesse in Ludwigslust daran ist“, hatte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Sylvia Hinrichs (Die Linke), zu bedenken gegeben. Bereits im November vergangenen Jahres hatte die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin die Möglichkeit einer Bürgerstiftung der Stadt Ludwigslust vorgestellt. Damit könne nicht nur das kommunale Vermögen auf ewig gesichert, sondern auch lokales Engagement initiiert werden, so die Sparkasse.

Und so würde es funktionieren: Die Stadt gründet eine Bürgerstiftung und gibt mindestens 15 000 Euro in den Stiftungsfond. Bürger und Unternehmen können im Rahmen einer Zustiftung in diesen Fond einzahlen bzw. eine Spende leisten. Zur Umsetzung des Vorhabens wird ein gemeinnütziger Verein gegründet. Er verteilt die Mittel. In einer Satzung wird der Stiftungszweck geregelt. Die Sparkasse Mecklenburg-Schwerin würde die Stiftung einmalig mit 5000 Euro als Zustiftung bei der Gründung fördern. In den ersten fünf Jahren stellt sie außerdem als Startunterstützung jährlich 500 Euro für die laufende Stiftungsarbeit zur Verfügung, so dass der Stadt in diesem Zeitraum nur geringe Kosten entstünden.

Die benachbarte Eldestadt hingegen hat eine Bürgerstiftung mit Namen „Die Säulen von Grabow“ ins Leben gerufen (SVZ berichtete). Die Situation dort sei mit der in Ludwigslust nicht vergleichbar, hieß es zur Kommentierung am Rande der Finanzausschusssitzung. In Grabow stellte die Stadt insgesamt 15 000 Euro als Stiftungsgrundlage zur Verfügung. Sie hofft laut Bürgermeister Sternberg auf möglichst viele Zustifter. Allerdings gibt auch er zu, dass es eine Zeit lang dauern werde, bis das Stiftungskapital genügend Zinsen abwirft, um damit gemeinnützige Projekte finanziell unterstützen zu können.

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