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Ludwigslust : Sitzplatzgarantie rückt auf Wunschliste

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

CDU und SPD sehen deutlichen Nachbesserungsbedarf bei Schülerverkehr im Landkreis. Mehr Busse notwendig.

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 07:00 Uhr

Die beiden großen Fraktionen im Kreistag sind nicht zufrieden mit Niveau und Sicherheitsstandards beim vom Landkreis betriebenen Schulbusverkehr.

Die Fraktionen stört vor allem, dass es viele Bus-Linien gibt, bei denen Schüler während der Fahrt zur Schule stehen müssen. Sowohl Christian Rosenkranz für die CDU als auch Margret Seemann für die SPD-Fraktion erkennen klaren Nachholbedarf. Anlass war die jüngste Diskussion zu dem Thema in einem der kreislichen Ausschüsse.

Mit einem jährlichen Budget von rund zehn Millionen Euro befördern die Verkehrsbetriebe des Landkreises (VLP) und andere Busunternehmen jeden Werktag etwa 11000 Schüler an die 85 Schulen im Kreis. Diese Zahlen lieferte Fachdienstleiter Joachim Müller bei der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Kultur und Sport. „Alle Schüler einzusammeln und nach dem Unterricht wieder in ihre Wohnorte zu bringen, ist eine logistische Herausforderung.“ Dabei seien die Schulbuslinien und ihre 2000 Haltestellen integrierter Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs.

Durch diese Spitzenlast definiere sich der Aufwand, den der Landkreis bei der Bereitstellung von Bussen und Fahrern betreiben müsse. Aus Kostengründen sei es nicht möglich, alle Schüler auf einem Sitzplatz zu befördern. „Die Zahl der Stehplätze liegt aber im Normalbereich.“ Dieser Umstand biete dennoch ein großes Potenzial für Unbehagen und Beschwerden, räumte Müller ein.

Das ist nach SVZ-Informationen deutlich untertrieben. Nicht nur in Hagenower Schulen herrschte noch vor wenigen Tagen die Meinung vor, jedes Kind habe einen Anspruch auf einen Sitzplatz. Erst im Rahmen einer kurzfristig angesetzten Kontrolle von Schulbussen durch die Polizei kam heraus, dass dem nicht so ist. Das bestätigte auch Christian Rader, einer der Geschäftsführer der kreislichen Busgesellschaft VLP, im Gespräch mit der SVZ. Demnach seien die aktuellen Verträge so ausgelegt, dass die Anzahl der pro Fahrzeug zugelassenen Stehplätze ausgenutzt werden dürfe. Wenn Kinder stünden, dürfe außerhalb von Ortschaften 60 km/h gefahren werden, sonst seien es 80 km/h.

Diesen Zustand will Christian Rosenkranz im Namen der CDU-Fraktion bald ändern. „Wir haben uns schon mit unserem Anspruch ,kurze Wege für kurze Füße’ nicht durchsetzen können. Jetzt muss erreicht werden, dass die Kinder sicher zur Schule kommen. So, wie es derzeit läuft, ist das nicht gewährleistet. Denn wir wissen, dass meist die Kleinsten stehen.“ Auch Margret Seemann, Vorsitzende der SPD-Fraktion, ist der Meinung, dass etwas passieren muss. „Oft sind es nur organisatorische Dinge, die geändert werden müssten. Hier brauchen wir vor allem genaue Zahlen je nach Linien. Und dann ist es Sache des Wirtschaftsausschusses unter CDU-Führung, diese Sache anzuschieben.“

Genaue Zahlen will auch die CDU, ist aber sicher, dass man mehr Busse, mehr Fahrer und deutlich mehr Geld brauchen werde. Rosenkranz: „Darüber muss man dann im Kreistag genau reden.“

 

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