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Ludwigsluster Tageblatt

15. Dezember 2017 | 09:26 Uhr

Karstädt : Simson-Mopeds hält er fest die Treue

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Hans Joachim Roddeck hob vor 18 Jahren den SR-Oldie-Club aus der Taufe / Seitdem lieben unzählige Jugendliche Welt der Motoren

svz.de von
erstellt am 13.Mai.2016 | 19:00 Uhr

Den SR-Oldie-Club in Karstädt gäbe es ohne sein Zutun nicht. Vor etwa 18 Jahren, bei einer einsamen Ausfahrt mit einem SR 1, im Volksmund liebevoll „Essigpisser“ tituliert, kam es Hans-Joachim Roddeck in den Sinn, ob man nicht vielleicht Gleichgesinnte um sich scharen sollte.

Gesagt, getan. Heute zählt seine Hobbyschrauber- und Fahrertruppe 25 Mitstreiter aus der ganzen Region. Unzähligen jungen Leuten zwischen Hagenow und Ludwigslust öffnete Roddeck, der seit 35 Jahren in Karstädt lebt, das Herz für Motoren und Technik. „Wir pflegen seit vielen Jahren auch freundschaftliche Beziehungen zum Oldtimerclub in Hagenow“, berichtet der gebürtige Ludwigsluster.

SVZ-Redakteur Thorsten Meier beantwortete der 63-Jährige die beliebten Fragen zum Wochenende.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Immer nach vorne schauen, nie zurück. Und: Genieße jeden Tag, hole so viel wie möglich aus ihm raus.
Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
In der Werkstatt unseres SR-Oldie-Clubs. Da kann man fachsimpeln, Treffen besprechen und Veranstaltungen organisieren. Oder den Zusammenhalt der Truppe festigen.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Auf der Piko-Strohpresse mit 12 Jahren. Ich hatte eine Trillerpfeife dabei, mit der ich darauf aufmerksam machen musste, wenn sich der Faden zum Binden verhedderte. Ich verdiente damals die Stunde eine Mark und manchmal kam ein Zehner am Tag zusammen. Es war anstrengend, hat aber Spaß gemacht.
Und wofür haben Sie es ausgegeben?
Auf dem Rummel in Ludwigslust habe ich das Geld an der Schießbude und fürs Karussell verkleckert. Und, um als Jugendlicher ein bisschen auf die Kacke zu hauen....
Wo findet man Sie am ehesten?
Ich bin viel unterwegs mit dem Auto, um anderen zu helfen. Ich fahre mit ihnen zum Arzt oder einkaufen.
Was stört Sie an anderen?
Wenn Menschen nicht halten, was sie versprechen.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Mein Vater. Von ihm habe ich ganz viel fürs Leben gelernt. Das Handwerkliche wie auch das Häusliche.
Was würden Sie gern noch können?
Technisch begabter zu werden. Beispielsweise mal einen Vergaser auseinander zu nehmen und ihn auch wieder zusammen zu bekommen. Dass er hinterher auch funktioniert. (lacht)
Was bedeutet Ihnen persönliches Glück?
Eine gute Frau und Familie zu haben. Und noch so lange wie möglich ein ausgefülltes Leben zu leben, in dem ich Zeit für alle meine Hobbies habe.
Sind Sie ein Kopf- oder eher ein Bauchmensch?
Kopfmensch.

Wonach suchen Sie im Leben?

Nach Glück und Zufriedenheit.
Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?
Joghurt, Käse und Milch. Sowie Medikamente.
Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?
Gutbürgerliche Küche, wie zum Beispiel Sauerfleisch. Aber die asiatische Küche hat auch so ihre leckeren Gerichte.
Welches Buch lesen Sie gerade?

„Kleine Maschinen ganz groß: Motorfahrräder - Saxonette - Kleinkrafträder 1930 - 1955“, von Johann Kleine Vennekate. (Die große Zeit der Motorfahrräder waren die 1930er Jahre. Aus der Not geboren, gehörten diese Fahrräder mit Hilfsmotoren zu den Dingen, die man sich auch dann noch leisten konnte, wenn das Geld für ein „richtiges“ Motorrad nicht reichte. Auch in den fünfziger Jahren standen sie hoch in Kurs, brachten ihre Fahrer unter der Woche zur Arbeit und am Wochenende raus ins Grüne – kleine Fluchten aus dem Grau-in-Grau der Städte. Über 60 Marken mit mehr als 450 Motorfahrradtypen hat der Autor in diesem Band zusammengestellt. Neben den bekannten Einbaumotoren von Sachs und Ilo enthält das Buch auch umfassende Beschreibungen der Motorfahrradmotoren von Ardie, Brennabor, NSU und Victoria. Tabellen, technische Daten und etwa 300 Fotos dokumentieren die Vielfalt. (Anm. d. R. Quelle: amazon)
Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?
Noch lange Leben.
Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?
Bodenständig.
Wo ist für Sie Heimat?
In Mecklenburg.
Welche Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer ersten Reise?
Das war nach Paris, meine erste große Reise. Das Rumgerenne hat mich fix und alle gemacht (grinst).

Worauf könnten Sie nie verzichten?

Auf Süßigkeiten und Kekse.

Wen würden Sie gern mal treffen?

Landwirtschaftsminister Till Backhaus.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

1. Mehr Frieden auf der Welt.

2. Gesundheit.

3. Dass der Club noch lange existiert.
Verraten Sie uns etwas, was kaum jemand weiß?
Von Technik habe ich nicht so viel Ahnung, das können andere viel besser, dafür bin ich aber glaube ich ein Top-Organisator. (lacht)

Wem sollen wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Hanno Grzymislawska aus Grabow. Er betreibt Modellfliegen und ist sicher ein interessanter Gesprächspartner.

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