Neustadt-Glewe : Sie testen gerade ihr Gedächtnis

Gedächtnistraining im Atrium der Karl-Scharfenberg-Schule: Wilfried Helms (l.) von der Hamburger Bildungseinrichtung „Mind Unlimited“ hat Zettel mit Wörtern verteilt, die sich die Frauen und Männer merken sollen.
Gedächtnistraining im Atrium der Karl-Scharfenberg-Schule: Wilfried Helms (l.) von der Hamburger Bildungseinrichtung „Mind Unlimited“ hat Zettel mit Wörtern verteilt, die sich die Frauen und Männer merken sollen.

Schulfördervereine in Neustadt-Glewe organisierten Elterntreff zum Thema „Lernen“

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04. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Einige zählen etwas an den Fingern ab, andere bewegen lautlos die Lippen und wieder andere schauen angespannt zur Decke des Saals: Gedächtnisübung im Atrium der Regionalen Karl-Scharfenberg-Schule in Neustadt-Glewe. Die Frauen und Männer, die an diesem Abend gerade ihr Gedächtnis testen, sind Eltern und Pädagogen.

Die Regionale Schule hat zum Elterntreff eingeladen, dem ersten in diesem Schuljahr. Dabei sind auch Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer aus der Grundschule „Johann Wolfgang von Goethe“.

Thema an diesem Abend: „Das Lernen lernen“. Gast ist Wilfried Helms, Inhaber der Hamburger Bildungseinrichtung „Mind Unlimited“. Das Unternehmen bietet Camps und Kurse rund um das Lernen an. Und so gibt Helms, früher selbst Gymnasiallehrer, Tipps, wie das mit dem Lernen am besten geht. Zum Beispiel Vokabeln: „Lassen Sie ihr Kind in Etappen lernen, nur sieben Vokabeln am Stück. Nach 20 Minuten Pause geht es dann mit den nächsten Vokabeln weiter“, sagt Wilfried Helms. Ob und wie das funktioniert, testet er dann, wie eingangs erwähnt, auch mit den Teilnehmern der Veranstaltung.

Organisiert wurde der Elterntreff von den Fördervereinen beider Schulen. „Die Lern- und Lebensumwelt der Kinder steht für uns im Fokus“, sagt Ute Ott, Leiterin der Regionalen Karl-Scharfenberg-Schule. „Es geht darum, für die Kinder beste Lernbedingungen zu schaffen und sie zu motivieren. Dabei sitzen Eltern und Lehrkräfte in einem Boot.“

Genau darum geht es auch Wilfried Helms in seinem rund zweistündigen Vortrag. „Wir wollen Kindern das Lernen in der Schule leichter machen, gleichzeitig aber auch zeigen, wie sie dazu motiviert werden können.“ Kindern werde in den Schulen oft zu wenig gezeigt, wie sie lernen müssen. „Sie werden zu oft sich selbst überlassen. Das liegt aber nicht an den Lehrern, die selbst zu häufig allein gelassen werden.“

Das Problem an vielen Schulen seien eine zu dünne Personaldecke bei den Päda-gogen und zu große Klassen sowie eine Überlastung der Lehrerinnen und Lehrer mit zu viel Verwaltungsarbeit.

Inzwischen haben die Frauen und Männer im Atrium ihre „Vokabeln“ auswendig gelernt. Alle, die Wilfried Helms an diesem Abend bittet, die gemerkten Wörter wiederzugeben, schaffen das auch: Das Gedächtnis funktioniert offenbar.

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