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Ludwigsluster Tageblatt

18. November 2017 | 07:49 Uhr

Ludwigslust : Sie tanzen für die Integration

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schüler aus dem Landkreis stellten gestern in Ludwigslust ihre Projekte im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ vor

von
erstellt am 09.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Räuber Robert lebt mit seinen Kindern im Wald, eine Schulklasse unternimmt eine Wanderung in demselben – und wird von den Räubern „gekidnappt“. Doch dann lernt jeder den anderen besser kennen…

Der Verein Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwiglust-Parchim e.V. hatte gestern im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ zur 9. Innovationswerkstatt in das Ludwigsluster Mehrgenerationenhaus eingeladen. Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis stellten Projekte und Zwischenergebnisse ihrer Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit Regionalgeschichte, mit Rechtsextremismus sowie zur Stärkung von Toleranz und demokratischem Miteinander im Landkreis vor.

Zu ihnen gehörte auch die 4. Klasse aus Wöbbelin mit ihrem Stück „Räuber Robert“, in dem es um Integration ging. Wöbbeliner Schülerinnen stellten ebenfalls das Projekt zur Spurensuche nach Traditionen im Dorf (SVZ berichtete) vor. An mehreren Schautafeln konnten sich die Besucher der Veranstaltung über die Aktivitäten der Wöbbeliner Schule informieren.

Bentje und Julian aus der Regionalschule „Theodor Körner“ Picher berichteten über das Projekt ihrer 8. Klasse. In ihrem Theaterstück „Der Mensch vor dem Gericht der Tiere“ klagen Letztere den Menschen an, weil er sie schlecht behandelt. Das führt schließlich zum Nachdenken.

Auf Spurensuche begab sich auch die Klasse 9b der Eldetalschule in Domsühl. Die Jugendlichen haben in den vergangenen zwei Jahren ein Modell des Lagergeländes des ehemaligen KZ Wöbbelin gebaut.

Lehrerin Janin Schünemann hat das Projekt gemeinsam mit Klassenlehrer Guido Sander betreut. „Die Idee für das Modell entstand, als die Schüler das ehemalige Lagergelände Wöbbelin besuchten. Weil auf dem Areal heute Wald ist, konnten sie sich das einstige Gelände kaum vorstellen und beschlossen, ein Modell zu bauen“, erläuterte Lehrerin Janin Schünemann.

Zu den Schulen, die gestern Vormittag ebenfalls ihre Projekte präsentierten, gehörten die Lenné-Schule aus Ludwigslust („Geschichte trifft Gegenwart“) sowie die Dr.-Ernst-Alban-Schule Rastow („Denkmäler erzählen Geschichte – Traditionen verbinden“) und das Friedrich-Franz-Gymnasium Parchim („Arbeit für den Frieden – Für ein friedliches Europa“, Projektfahrt nach Belgien). Der Sophie-Medienwerkstatt e.V. und Schüler aus Hagenow und Umgebung stellten das Medienprojekt „Das Phänomen“ vor.

Zu Beginn der Innovationswerkstatt hatte Moderatorin Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, darauf hingewiesen, dass das gestrige Datum ein für die deutsche Geschichte besonderes ist: Am 9. November 1923 scheiterte der Versuch der Nationalsozialisten, sich an die Macht zu putschen, in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 fand die gegen die jüdische Bevölkerung gerichtete Pogromnacht statt, und am 9. November 1989 fiel die Mauer.

Landrat Rolf Christiansen, Vorsitzender des Vereins Mahn- und Gedenkstätten im Landkreis Ludwigslust-Parchim e. V. , würdigte die Projekte als wichtig für die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit und betonte die Notwendigkeit, das Engagement auch künftig fortzusetzen.



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