Ludwigslust : Sie spielt gern die 2. Geige

Marie (18) pendelt täglich zwischen Ludwigslust und Schwerin. Im Sommer macht sie dort ihr Abitur am Musikgymnasium.  Fotos: Katharina Hennes
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Marie (18) pendelt täglich zwischen Ludwigslust und Schwerin. Im Sommer macht sie dort ihr Abitur am Musikgymnasium. Fotos: Katharina Hennes

Marie Leithold ist seit drei Jahren festes Mitglied im Landesjugendorchester. Morgen beginnt die Probenphase.

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02. Februar 2018, 12:00 Uhr

Das Abenteuer „Orchesterarbeitsphase“ beginnt für Marie schon zuhause vor dem Briefkasten. Wenn sie den großen schweren Umschlag vom Landesmusikrat in den Händen hält und zum ersten Mal auf die Noten der neuen Stücke blickt. „Ich bin dann voller Euphorie, verschwinde meistens sofort auf mein Zimmer und spiele, spiele, spiele“, erzählt sie. Ein bisschen lege sich diese Euphorie dann in den kommenden Wochen wieder. Doch jetzt, so kurz vor der allerersten Probe, ist sie wieder da. „Und das Schöne daran ist: Es geht allen von uns so.“

Heute nach der Schule macht sich Marie auf den Weg nach Dreilützow. Eine Woche lange proben hier 70 der besten jungen Musiker des Landes. Täglich zwischen zehn Uhr morgens und zehn Uhr abends. Anfangs einzeln in Registerproben, später gemeinsam mit allen Instrumentengruppen in Gesamtproben. Es wird anstrengend, das weiß Marie schon aus den vorherigen Arbeitsphasen. „Aber es macht auch extrem viel Spaß. Wir sind eine tolle temperamentvolle Gemeinschaft. Wer hier einmal mitgespielt hat, will nie wieder damit aufhören.“ Mit ihren 18 Jahren gehört Marie schon zu den Älteren im LJO. Für die Aufnahme musste die Ludwigslusterin vor einer Jury Probe spielen. Andere schaffen den Sprung ins Orchester mit ersten Preisen beim Landes- oder Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“.

Marie musiziert seit ihrem fünften Lebensjahr. Sie nimmt Geigenunterricht am Schweriner Konservatorium und ist Mitglied im Schweriner Jugendsinfonieorchester. Im LJO spielt sie die zweite Geige. Auch Stanley Dodds, der Dirigent des LJO, ist zweiter Geiger. Bei den Berliner Philharmonikern. „Wir können viel von ihm lernen“, sagt Marie. „Er zeigt uns ganz neue Ebenen der Interpretation.“ Für die Streicher seien die aktuellen Stücke besonders anspruchsvoll. Korsakows „Scheherazade“ sei technisch sehr schwierig, mit vielen ungewohnten Bögen und schnellen Läufen. Gespannt ist Marie auf heute Abend. Wenn sich alle das erste Mal sehen und mit Stanley Dodds das neue Programm durchspielen – ohne vorher einmal gemeinsam geprobt zu haben. Marie: „Wir nennen es Chaos-Probe. Zwischen ihr und unserem ersten Konzert liegen Welten.“

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