Dömitz : Sie sorgen für den richtigen Klang

Sie berherrschen die Technik – die 15 Mitarbeiter der Schülerfirma „Klanglabor“.
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Sie berherrschen die Technik – die 15 Mitarbeiter der Schülerfirma „Klanglabor“.

Schüler des Gymnasialen Schulzentrums Dömitz betreiben schon seit sieben Jahren die erfolgreiche Schülerfirma „Klanglabor“

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08. März 2016, 17:00 Uhr

Welche Technik ist bereits vorhanden? Wie sehen die Räumlichkeiten aus? Wie hoch ist das verfügbare Budget? Diese und weitere Fragen stellen Konstantin Herzmann, Geschäftsführer der Firma Klanglabor, und seine Kollegen Dagmar Klüver. Die Leiterin des Jugendclubs Eldena überlegt, die Firma für die Organisation des diesjährigen Kindertages zu engagieren. Das Besondere daran – der Geschäftsführer der Firma ist gerade mal 16 Jahre alt und besucht das Gymnasiale Schulzentrum „Fritz Reuter“ Dömitz.

Die Klanglabor S-GmbH gründete sich im Jahr 2009. Jakob Schmidt und Patrick Timmermann gaben seinerzeit den Anstoß zur Gründung und zum Aufbau der Schülerfirma„Sie hatten den Gedanken, etwas Geld für ihre Klassenkasse zu verdienen und wollten fragen, ob man vielleicht die Technik der Schule dafür nutzen kann“, erklärte Thomas Schuldt, der als Lehrer die Schülerfirma betreut. „Aber die Technik der Schule war so spärlich zur damaligen Zeit, da hatten wir fast nichts. Da haben wir gesagt ,Das wäre theoretisch möglich, aber warum wollt ihr nicht eine eigene Firma bilden’“, so der 49-Jährige. Auf die Idee sei der Mathe- und Chemielehrer kurz zuvor bei einer Weiterbildung der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie M-V (RAA) gekommen.

Anders als jedoch vielleicht vermutet, ist die Schülerfirma keine bloße Arbeitsgemeinschaft der Schule, sondern eine produktive Firma, die unter der Trägerschaft des Schulvereins steht. „Die Firma teilt sich in drei Sparten – Eventmanagement, Buchhaltung und Technik. Der letzte Bereich wiederum unterteilt sich dann noch mal in Ton- und Lichttechnik“, erläuterte Konstantin Herzmann. „Die Firma arbeitet marktwirtschaftlich und finanziert sich sowie das technische Equipment selbst“, fügt Thomas Schuldt hinzu.

Derzeit arbeiten 15 Schüler von der sechsten bis zur zwölften Klasse für die Klanglabor S-GmbH. Dabei ist es gar nicht so einfach, eine Stelle in der geschäftigen Schülerfirma zu ergattern. Die Schüler müssten sich offiziell bewerben und sich einem Bewerbungsgespräch unterziehen, erklärte Evelyn Timmermann, Schulleiterin des Schulzentrums Dömitz. „Das stimmt“, bestätigte der junge Geschäftsführer. „Wir führen mit dem Bewerber ein Gespräch, bei dem wir alle dabei sind. Dann wird gefragt, was er machen will und so weiter. Anschließend wird abgestimmt.“ Stimmt der Großteil dafür, wird der Bewerber zunächst für ein Jahr als Azubi eingestellt und bekommt einen Schüler, der bereits länger für die Firma arbeitet, als Ausbilder zur Seite gestellt.

Die Klanglabor S-GmbH ist eine tontechnisch orientierte Schülerfirma, die unter anderem an der Organisation und Durchführung verschiedener schulischer Veranstaltungen beteiligt ist. „Wir veranstalten zum Beispiel den vorweihnachtlichen Abend und sind auch an den Festivitäten zum Schuljubiläum beteiligt“, sagte Konstantin Herzmann. Aber auch Musicalfahrten nach Hamburg und Berlin würde die Schülerfirma regelmäßig organisieren. „Dieses Mal geht es zum ,Phantom der Oper 2’. Die Tickets waren so begehrt, dass sie schon nach zwei Wochen ausverkauft waren“, freute sich der 16-Jährige. Doch auch öffentliche Aufträge übernimmt die Firma gern.

Aus diesem Grund war Dagmar Klüver gestern bei der Klanglabor S-GmbH zu Gast. Zusammen mit den Mitgliedern des Jugendclubs und -rates Eldena hatte sich Dagmar Klüver vorgenommen, den Kindertag zu organisieren. „Das soll etwas ganz Besonderes werden“, sagte die 57-Jährige. Aus diesem Grund entschied sie sich für die Klanglabor S-GmbH. Melvin Morawietz, Mitglied des Jugendrates Eldena und der Schülerfirma Klanglabor, hatte den Kontakt vermittelt. „Das ist doch mal was anderes“, freute sich die Leiterin des Jugendclubs, nachdem sie mit der Schülerfirma das Konzept der Veranstaltung besprochen hat.

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