Neustadt-Glewe : Sie rücken dem Schwamm zu Leibe

Die Zimmerer Renaldo Stuhr (l.) und Detlef Lembke beim „Anblatten“ der Dachbalken. Fotos: münchow
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Die Zimmerer Renaldo Stuhr (l.) und Detlef Lembke beim „Anblatten“ der Dachbalken. Fotos: münchow

Dritte und letzte Etappe der Sanierung des Kirchendaches in Neustadt-Glewe soll bis Ende Oktober abgeschlossen sein

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01. Juli 2015, 07:00 Uhr

Zimmerer Renaldo Stuhr und sein Kollege Detlef Lembke schieben den alten und den neuen Balken zusammen. Dann schlägt Stuhr ein stählernes Verbindungsstück ins Holz. „So, das wird länger als 200 Jahre halten“, meint Renaldo Stuhr. „Anblatten“ nennen die Zimmerleute diese Arbeit, bei der Alt und Neu zu einem Stück verbunden werden.

Der Dachboden der evangelischen Stadtkirche St. Marien zu Neustadt-Glewe: Die Sanierung des westlichen Dachteils ist in vollem Gange. In den beiden Vorjahren wurden bereits das Ost- und das Mitteldach saniert. Pastorin Silke Draeger: „Experten haben unsere Befürchtungen bestätigt, dass auch die Balken in diesem Dachabschnitt schwer vom Schwamm durchsetzt sind. Betroffen sind, wie zuvor auch, vor allem die Balkenköpfe.“ Zimmerleute der Neumühler Bauhütte GmbH sind nun dabei, die morschen Balken zu ersetzen. Dort, wo zumindest Teile der alten Balken noch zu gebrauchen sind, erfolgt das bereits erwähnte „Anblatten“.

Eine andere Befürchtung indes hat sich zunächst glücklicherweise zerschlagen. Im Innern der Kirche muss diesmal kein Gerüst aufgestellt werden, um die Decke zu stützen. Ergaben statische Untersuchungen. Auch im Gemeinderaum im Obergeschoss steht derzeit kein Stützgerüst. Allerdings ist der Fußboden hier mit Planen ausgelegt, so dass bei Bedarf kurzfristig eine Stütze errichtet werden kann. Sind die Arbeiten im Gebälk beendet, wird das Dach mit Ziegeln eingedeckt. „Bis Ende Oktober sollen die Arbeiten beendet sein“, sagt Pastorin Draeger, die am gestrigen Dienstagmorgen besonderen Grund zur Freude im Zusammenhang mit der Dachsanierung hatte: „Ich bekam einen Anruf von der Dornier Stiftung, dass sie für die Sanierung 5000 Euro spendet. Die Stiftung hatte bereits für die Erneuerung des mittleren Daches 3000 Euro gespendet.“ Weitere Gelder für die derzeitige Dachsanierung (Kosten ca. 128  000 Euro) kommen vom Kirchenpatronat, von der Stiftung KiBa (Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland), aus Eigenmitteln der Kirchengemeinde und Städtebaufördermitteln. Silke Draeger: „Noch fehlen rund 19  000 Euro. Ich hoffe auf weitere Unterstützung von Stiftungen sowie die Spendenbereitschaft vieler Menschen.“

Letzteres erhofft sich die Pastorin auch für weitere Baumaßnahmen im Gotteshaus. Denn bereits 2016 soll eine Konzeption für die Sanierung des Innenraums erarbeitet werden. Dann könnten 2017 Putz- und Malerarbeiten an Decke und Wänden beginnen, die Elektrik erneuert werden. „Die bisherige großzügige Förderung der Sanierung greift dann leider nicht mehr“, blickt Silke Draeger voraus.

Die Veranstaltungen in der Kirche sind vom gegenwärtigen Baugeschehen nicht beeinflusst. So gibt hier der Neustädter A-cappella-Chor am kommenden Sonnabend um 17 Uhr ein Konzert. Und am 12. Juli (16 Uhr) lädt die Gemeinde zum Musical „Josef – Gott hat alles gut gemacht“ unter Leitung von Gemeindepädagogin Elfriede Neumann ein.

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