Neustadt-Glewe : Sie lernen für ein Leben bei uns

Barbara Wendlandt unterrichtet die Kursteilnehmer.
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Barbara Wendlandt unterrichtet die Kursteilnehmer.

Im Institut für Berufsbildung und Umschulung Neustadt-Glewe begann der erste Integrationskurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge

svz.de von
15. März 2016, 21:00 Uhr

Das Unterrichtsprogramm ist straff und so bleibt an diesem Vormittag nur kurz Zeit für ein Foto. Dann bittet Barbara Wendlandt (ehemalige Lehrerin für Mathe und Sozialkunde am Fachgymnasium in Ludwigslust) ihre Schüler wieder um Aufmerksamkeit. Die Schüler – das sind 16 zumeist junge Leute, die als Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea oder dem Iran zu uns gekommen sind, aber auch EU-Bürger aus Polen und Kroatien.

Sie alle nehmen seit dieser Woche am Integrationskurs des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge im Institut für Berufsbildung und Umschulung (ibu) in Neustadt-Glewe teil. Ibu-Geschäftsführer Christian Rosenkranz: „Die Teilnehmer lernen hier die deutsche Sprache, aber auch viel über das politische Leben bei uns. Dazu gehören zum Beispiel unsere Gesetzgebung, die Zuständigkeiten der Länder und des Bundes.“

Bis Oktober stehen 600 Unterrichtsstunden Deutsch sowie 60 in Politik auf dem Programm. Unterrichtet wird montags bis freitags jeweils von 8.30 bis 12.45 Uhr. Der Kurs endet mit einem Abschlusstest.

Für die meisten hier ist die Teilnahme an diesem Kurs Pflicht. Christian Rosenkranz: „Davon betroffen sind jene Flüchtlinge, die bereits einen Aufenthaltstitel haben und somit Leistungen des Jobcenters beziehen.“ Diese Menschen haben zumeist eine langfristige Perspektive bei uns und sollen durch den Kurs befähigt werden, sich zurecht zu finden und hier auch zu arbeiten.

Wer zur Teilnahme verpflichtet ist, darf nur in begründeten Ausnahmefällen fehlen. Unentschuldigtes Fehlen wird durch durch Leistungskürzung sanktioniert – 30 Prozent beim ersten Mal. Im Wiederholungsfall drohen höhere Kürzungen.

Die EU-Bürger im Kurs dagegen nehmen freiwillig teil. Sie haben bereits bei uns gearbeitet und wollen in der Regel ihre Deutschkenntnisse weiter entwickeln.

Ibu in Neustadt-Glewe hatte bereits im Herbst 2015 einen eigenen Integrationskurs gestartet. Die Teilnahme ist allerdings freiwillig und soll die Flüchtlinge mit unserem Leben vertraut machen, ihnen unsere Kultur und Sprache näher bringen.

Für den jetzt begonnenen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge besitzt das Neustädter Institut als Bildungsträger das entsprechende Zertifikat, ebenso wie die derzeit zwei aktiven Lehrkräfte.

Ibu engagiert sich bereits seit langem für die Integration von Flüchtlingen. Ibu-Geschäftsführer Christian Rosenkranz: „Wenn wir es schaffen, diese Menschen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, dann ist das auch für die Zukunft unserer Sozialsysteme von Bedeutung.“

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