Wöbbelin : Sie bauen die Skulptur auf

Marcus Barwitzki hat probehalber einen „Ziegelkopf“ auf eine Eisenstange gesteckt. Fotos: andreas münchow
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Marcus Barwitzki hat probehalber einen „Ziegelkopf“ auf eine Eisenstange gesteckt.

Workshop-TeilnehmerInnen bereiten in den Mahn- und Gedenkstätten Einweihung der Großplastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“ vor

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27. August 2015, 07:00 Uhr

Jugendliche laden mehrere Dutzend Eisenstangen von einem Laster, tragen sie in den Park. In wenigen Tagen werden diese Stangen „Ziegelköpfe“ tragen. Die Großplastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“ steht kurz vor der Fertigstellung.

Dieser Tage trafen die letzten „Ziegelköpfe“ und Fundamentziegel aus dem brandenburgischen Calau ein, wo sie in einer Firma gebrannt wurden. Der Magdeburger Künstler Marcus Barwitzki, nach dessen Entwurf die Großplastik entstand, sagt: „Die überdimensionalen Köpfe aus Backstein werden im Rahmen eines Workshops in den Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin auf insgesamt 45 Stangen gesteckt.“

Ramona Ramsenthaler, Leiterin der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin, erläutert: „An unserem Workshop nehmen 15 Jugendliche aus insgesamt acht Ländern teil.“ Die jungen Leute kommen aus Deutschland, Großbritannien, Kroatien, Polen, Russland, Spanien Tschechien und der Ukraine. Während des zweiwöchigen Aufenthalts in Wöbbelin bis Ende nächster Woche führen sie u. a. Pflegearbeiten auf dem Gelände der Mahn- und Gedenkstätten in Wöbbelin sowie in der KZ-Gedenkstätte (ehemaliges Lagergelände an der B 106) durch.

Auch Exkursionen, darunter zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme, stehen auf dem Programm des Workshops. Und dann natürlich arbeiten die Jugendlichen an der Großplastik „Gesichter des KZ Wöbbelin“, die ihren Platz künftig auf der Freifläche vor den Mahn- und Gedenkstätten in Wöbbelin erhalten soll.

So verlegen die jungen Leute unter anderem die Ziegel des Fundaments, werden sie säubern sowie Rasensoden anlegen und, wie bereits erwähnt, die „Ziegelköpfe“ auf die Eisenstangen setzen.

Die drei Meter große Plastik ist im Durchmesser zwei Meter breit. Die 45 gebogenen Eisenstangen mit den „Ziegelköpfen“ bilden ein undurchdringliches Geflecht – eine unzählbare Masse, wie die der eingesperrten Menschen im einstigen Konzentrationslager Wöbbelin. Die „Ziegelköpfe“ selbst wurden von Jugendlichen und Erwachsenen aus der Region sowie internationalen TeilnehmerInnen von Workshops nach Fotografien von Häftlingen gestaltet.

Das Werk soll am Freitag, dem 4. September 2015, um 16 Uhr vor dem Museum der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin feierlich eingeweiht werden.

Wer möchte, kann das Projekt unterstützen und für den Betrag von mindestens 30 Euro (so viel kostet das Brennen eines „Ziegelkopfes“ bzw. Fundamentziegels) die Kunstpatenschaft für eines der insgesamt 91 Elemente übernehmen. Unterstützer können ihre Spende auf das Konto des Fördervereins der Mahn- und Gedenkstätten Wöbbelin unter dem Kennwort „Kunstpatenschaft“ überweisen: IBAN DE30140520001510004056.

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