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Barockfest Ludwigslust : Sichtachse muss frei bleiben

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Förderverein Schloss kämpft mit Behörden-Auflagen zum Barockfest: Überdachte Bühne darf dieses Jahr nicht auf der Wiese stehen

von
erstellt am 28.Apr.2016 | 07:58 Uhr

Das Programm zum Barockfest steht. Die Künstler sind engagiert, die Gäste geladen, die Hotelzimmer gebucht. Da sollte der Mietantrag für die zwei Festtage im Mai eigentlich nur noch eine Formsache sein. Gernot Hempelmann, Vorsitzender des Fördervereins Schloss Ludwigslust, hat diesen Antrag in den zurückliegenden drei Jahren immer bewilligt bekommen. Dieses Jahr nun die Überraschung: Per Mail teilt ihm der Eigentümer von Schloss und Park, der BBL M-V(landeseigener Betrieb für Bau und Liegenschaften) mit, dass man den Aufbau der Hauptbühne vor dem Schloss nicht genehmigen könne. Der Grund: Die überdachte Bühne störe an dieser Stelle die barocke Sichtachse zwischen Hofdamenallee und Schloss. „Im Interesse des Ensembleschutzes und der Gesamtwirkung des barocken Flächendenkmals ist das Zelt nicht vertretbar“, heißt es in dem Schreiben. Hempelmann und seine Mitstreiter im Schloss-Förderverein sind empört. „Da haben wir hunderte unbezahlte Arbeitsstunden in die Vorbereitung investiert und jetzt soll unsere zentrale Bühne nicht genehmigungsfähig sein? Verwaltungsbehörden wollen doch immer, dass man das kulturelle Erbe niveauvoll nutzt.“ Doch statt Ehrenamtler in ihrem Engagement zu unterstützen, bremse man sie aus. Die Frage, die sich alle stellen: Warum durfte die Bühne in all den Jahren zuvor dort stehen?

Offenbar war sie nie in dieser Größe beantragt worden. Laut Pressesprecher Christian Hoffmann vom BBL in Rostock war in den Vorjahren immer nur von einem „Podest für Moderation“ die Rede. „Eine überdachte Bühne hätten wir nie gestattet. Sie beeinträchtigt den Blick auf das Ensemble zu sehr. Die bedeutende Sichtachse sollte immer, und gerade an einem Barockfest, für die Besucher erlebbar bleiben.“

Der BBL M-V habe dem Schlossförderverein nun alternative Stellplätze, u.a. nahe des Blumengartens, angeboten. „So einfach ist das aber nicht“, sagt Hempelmann. „Stellplätze und Wiesen sind schon für andere Barockfest-Aktivitäten vergeben.“

Zu dem Fest am 22. Mai, werden wie in den Vorjahren etwa 3000 Besucher erwartet. „Inzwischen kommen auch Barock-Fans aus Salzburg, Leipzig und Dresden nach Ludwigslust“, sagt Hempelmann. „Das Fest ist ein Imagefaktor für die Stadt und die ganze Region.“

Dass es am Ende am Stellplatz für die Bühne scheitern könnte, kann auch Siegfried Loocks aus dem Schlossverein nicht verstehen. „Ganz ehrlich. Wir sprechen hier von einer temporären Einschränkung für zwei Tage. Zugunsten von Theater und Kleinkunst am zentralen Platz.“

Schlossmuseum und Förderverein suchen jetzt nach einem Ausweichplatz. Hempelmann: „Wahrscheinlich steht das Festzelt nun im Innenhof und ein Podest auf dem Rasenpaterre.“ Vielleicht scheint ja die Sonne und das fehlende Dach fällt gar nicht auf.

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