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Schulzusammenlegung in Malliss : Selbstbewusste kleine Schulen

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Gemeinde Malliß möchte ihre Grund- und Regionale Schule zusammenführen und den Standort zukunftsfähig gestalten

von
erstellt am 16.Jan.2017 | 07:00 Uhr

Die Gemeinde Malliß kämpft um ihre Schule. Für die nächsten vier Jahre ist alles klar. Aber was wird dann? Wie SVZ erfuhr, erwarten die Gemeindevertreter heute die Minister Backhaus (er hat hier seinen Wahlkreis) und Brodkorb (ehemals für das Bildungsressort zuständig). Da soll es um die Zukunftssicherung des Schulstandortes gehen. Die Mallisser möchten als Schulträger die Grund- und die Realschule, die zusammen auf einem Grundstück liegen, zu einer Gesamtschule zusammenfügen.

Am Sonnabend war Tag der offenen Tür, und Grund- und Realschule sowie der Hort, der sich seit 2014 in Trägerschaft des DRK-Kreisverbandes befindet, präsentierten sich der Öffentlichkeit.

Mit dabei auch die gesamte Gemeindevertretung, so die Verbundenheit mit ihrer Bildungseinrichtung unterstreichend. Bürgermeister Volker Sielaff ist dankbar für das Engagement der Schulteams. „Das Leben im Dorf geht nicht ohne die Schule“, sagt er. „Uns als Gemeinde fällt die finanzielle Unterstützung der Schule nicht leicht, aber wir kämpfen um jeden einzelnen Schüler.“ Die Bedingungen seien mit dem abgeschlossenen Objekt ideal, auch was den Schülerverkehr beträfe.

Der Mallisser Schulstandort hat viel mit Heimatgefühl zu tun. Nicht wenige, die ihre Kinder hier zur Schule schicken, haben selbst in den Klassenzimmern gelernt. So wie Heiko Harder und Marco Schwarz. Sie schauen sich im Computerkabinett um und informieren sich. Beide sind hier in den siebziger/achtziger Jahren in die Schule gegangen. Nun stehen ihre Kinder vor dem Übergang in die Regionalschule und es gilt Entscheidungen zu treffen. Die beiden Väter sind von der Qualität der Bildungsarbeit in der Mallisser Schule überzeugt.

Ein paar Räume weiter hat Rosemarie Quade, die Leiterin der Regionalschule, den Eltern gerade etwas über das Profil und die Ziele der Einrichtung erzählt. Den Schulstandort in Malliß gibt es bereits seit 1964. 13 Lehrer unterrichten sechs Klassen. Kleine Klassen ermöglichen stärkere individuelle Förderung in kleinen Lerngruppen parallel oder zusätzlich zum Unterricht. Intensive Zusammenarbeit mit Eltern und Teilnahme am Gemeindeleben sowie langfristige Vorbereitung auf die Berufsausbildung einschließlich Praktika sind Stichworte der Arbeit. Im Rahmen der offenen Ganztagsschule können nach dem Unterricht noch mehrere Kurse besucht werden.

Eine Etage tiefer, in der Grundschule, erwartet Schulleiterin Petra Müllers die Gäste. „Wir haben viele Buskinder, und die Eltern sind sehr selten bei uns in der Schule. Deshalb wollen wir ihnen die Einrichtung zeigen. Wir haben auch die kleinen Mäuse eingeladen, die dieses Jahr hier eingeschult werden, damit sie sich schon einmal umschauen können“, so die Schulleiterin. Aktuell besuchen 70 Mädchen und Jungen die Grundschule, eine gleichbleibende Tendenz. Jedes Jahr steht in der Grundschule unter einem Motto: Gerade ist es das Jahr der Musik, und die Schule präsentiert darum vieles, was damit zusammenhängt.

Nebenan, in einem extra Gebäude, befindet sich der Hort. 2010 ist Hortleiterin Kerstin Markmann mit ihrem Team hier eingezogen. 60 Grundschulkinder werden hier morgens von 6 bis 8 Uhr und nachmittags bis 17 Uhr (freitags 16 Uhr) betreut. „In den Ferien gewährleisten wir eine ganztägige Betreuung“, sagt Kerstin Markmann. So stehen für die kommenden Februarferien schon wieder Fahrten und Ausflüge auf dem Programm.

Im Mallisser Hort wird die offene Arbeit gepflegt. Es gibt keine Gruppen, die Kinder können sich aussuchen, was sie machen möchten. Im Hortkinderkreis haben sie die Möglichkeit mitzuplanen. Bei den Großen spricht der Elternrat ein gewichtiges Wort mit. Jeweils am Ende des Schuljahres gibt es ein großes Abschlussfest unter einem bestimmten Motto.

Übrigens: Auch Kerstin Markmann ist in Malliß in die Schule gegangen und später wieder zurückgekehrt.

Tage der offenen Tür finden jedes Jahr im Januar an vielen Schulen der Region statt, am zurückliegenden Wochenende zu Beispiel auch im Gymnasium Ludwigslust.

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