Muchow : Selbst etwas machen und ändern

Gemeinsam mit Teresa von Jan (r.) fertigen die Jugendlichen eine Karte des Amtes Grabow an. Die roten Punkte markieren Wohnorte, Schulstandorte und Freizeitaktivitäten.
1 von 2
Gemeinsam mit Teresa von Jan (r.) fertigen die Jugendlichen eine Karte des Amtes Grabow an. Die roten Punkte markieren Wohnorte, Schulstandorte und Freizeitaktivitäten.

Jugendliche der Initiative „Wir bewegen was“ setzen sich für eigene Bedürfnisse und Interessen ein. Disko in Balow erster Erfolg

von
22. November 2017, 07:00 Uhr

„Wo seid ihr denn noch so in eurer Freizeit unterwegs“, fragt Sophia in die Runde der Jugendlichen in „De Konsumstuv“ in Muchow. Schule, Sport, Feuerwehr, Kino, Freunde treffen, Jugendclub – die Jugendlichen des Amtes Grabow müssen teilweise sehr weite Strecken am Tag zurücklegen. Im Rahmen der Jugendinitiative „Wir bewegen was“ gestalteten sie deshalb eine Karte mit allen wichtigen Orten, um auf das Thema Mobilität im ländlichen Raum aufmerksam zu machen. Seit mittlerweile knapp zwei Jahren setzen sich die Jugendlichen mithilfe der Initiative für ihre Interessen und Bedürfnisse ein.

Wohnen in Muchow, Schule in Ludwigslust, Feuerwehr in Zierzow – diese Strecken legt Jan fast täglich zurück. Mit dem Bus zur Schule nach Ludwigslust dauert es fast eine Stunde, zur Feuerwehr fährt der Schüler mit dem Fahrrad. „Also wenn das Wetter gut ist. Das sind etwa vier Kilometer“, erklärt Jan. Wie viele verschiedene und vor allem auch weite Strecken sie immer zurücklegen, fällt den Schülern eigentlich erst auf, als sie an der Karte arbeiten. Denn das Amt Grabow ist groß und die Orte weit verstreut. Sophia hat es da etwas besser getroffen, zumindest was ihre Freizeit betrifft. „Ich gehe in Dömitz zur Schule, da dauert eine Busfahrt etwa 45 Minuten. Aber meine Freizeitaktivitäten sind zum Glück alle in Eldena“, erklärt die 16-Jährige. Dazu gehört zum Beispiel der Jugendrat oder Cheerleading.

Die Karte präsentierte Teresa von Jan, Amtjugendpflegerin, am gestrigen Dienstag beim Jugendgeschichtstag in Schwerin. Neben der Mobilität haben sich die Schüler aber auch schon mit dem Thema Jugendkultur beschäftigt. Mit dem Ergebnis, dass sie Ende Oktober diesen Jahres ihre eigene Veranstaltung „Disco up’n Dörp“ in Balow feierten und diese auch selbstständig im Vorfeld organisiert hatten. „Das hatten sich alle gewünscht, da auf den meisten Dörfern natürlich nicht so viel los ist“, erklärt Teresa von Jan.

Und da zum Beispiel auch in Muchow nicht viel los ist, machen Emma und Nathalie seit Anfang an bei der Jugendinititative mit. „Wir wollen was bewegen und uns mehr ermöglichen hier im Amt“, erklären die Zwölfjährigen. Zur Zeit sind etwa 15 Jugendliche Teil der Initiative, die sich ungefähr alle sechs Wochen trifft. Immer in einem anderen Ort des Amtes, damit die Jugendlichen auch ihre Region besser kennenlernen. „Und damit alle teilnehmen können, bilden wir Fahrgemeinschaften“, so Teresa von Jan.

Das nächste Treffen findet am Montag, 18. Dezember, statt. „Montags ist für alle der beste Tag, da haben wir mal eine Umfrage drüber gemacht“, erklärt Teresa von Jan. Der Ort steht noch nicht fest, wird aber rechtzeitig bekannt gegeben. An dem Tag soll auf einer Weihnachtsfeier über das vergangene und das kommende Jahr gesprochen werden. „Und alle Jugendlichen aus unserem Amt sind dazu natürlich herzlich eingeladen, um sich über unsere Arbeit zu informieren“, so Teresa von Jan.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen