Sonnabendfragen : Sein Lebensmotto: Carpe diem

Wolfgang-Reiner Hildesheim im Pausenraum seines Autohauses.
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Wolfgang-Reiner Hildesheim im Pausenraum seines Autohauses.

Unternehmer Wolfgang-Reiner Hildesheim hat Berufsweg als Kfz-Schlosser begonnen / Glück und Gesundheit sind ihm wichtig

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22. November 2014, 07:00 Uhr

Wolfgang-Reiner Hildesheim hat sich dem Auto verschrieben. Eigentlich sollte er auf Wunsch der Eltern Lehrer werden. Doch der 1947 in Ludwigslust geborene Junge schlug den Weg ein, den er gerne gehen wollte: Nach der Schule absolvierte er in Ludwigslust eine Kfz-Schlosserlehre, ein Studium der Fahrzeugtechnik an der Offiziershochschule folgte. Dann kam es zum Karrierebruch: Ein Anfang der 1970er-Jahre aus persönlichen und politischen Gründen gestelltes Entpflichtungsgesuch brachte Hildesheim nach eigener Aussage den Ruf eines staats- und parteifeindlichen Querulanten ein mit der Konsequenz, in der DDR ein halbes Jahr arbeitslos zu sein. Nach den Stationen Landtechnik in Grabow und Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk (KIW) in Ludwigslust machte er sich 1986 mit einem Betrieb für Karosserieinstandsetzung selbstständig. Nach der Wende nahm Hildesheim Kontakt zu allen deutschen Autofirmen auf, 1990 eröffnete er ein VW-Autohaus in seiner Geburtsstadt. Der heute 67-jährige Firmenchef und Präsident des Unternehmerverbandes West-Mecklenburg beantwortete SVZ-Redakteur Sven Moritz die Sonnabendfragen.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Carpe diem (Nutze den Tag, Anm. d. Red.).

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?

An der Ostsee. Prerow ist wunderschön, Hiddensee ist noch schöner. Der beste Ort, um runterzufahren.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Nach der Schule mit Pflücken von Johannisbeeren auf Plantagen in Ludwigslust.

Und wofür haben Sie es ausgegeben?

Ich wollte unbedingt ein Diamant-Fahrrad haben, so ein Sportrad mit Aluminiumschutzblechen. Das habe ich mir so nach und nach mit Beerenpflücken über Jahre mühsam spendiert.

Wo findet man Sie am ehesten?

In der Natur. Wenn ich Feierabend habe, bin ich irgendwo zugange, entweder an der Elbe oder an der Löcknitz, an der Ostsee, im Garten oder im Wald.

Was stört Sie an anderen?

Hochmut und Arroganz.

Wer ist Ihr persönlicher Held?

Ich finde Marc Aurel (römischer Kaiser und Philosoph, Anm. d. Red. ) bedeutend. Von dem habe ich viel gelesen und viel für mich herausgefunden, was in meinem Sinne ist.

Was würden Sie gerne noch können?

Loslassen.

Was bedeutet Ihnen persönlich Glück?

Die Liebe der Menschen, die ich liebe.

Wen würden Sie gerne mal treffen?

Es ist unmöglich, den zu treffen, weil er schon ewig tot ist – Konfuzius. Der hat in seiner Zeit schon Sachen gedacht und formuliert, die heute noch wahnsinnig interessant sind. Wir können von seinen philosophischen Betrachtungen heute noch so viel lernen. Das finde ich erstaunlich.

Was findet man immer in Ihrem Kühlschrank?

Einen kleinen Buddha, den ich von meiner Schwester geschenkt bekommen habe. Er soll mich abschrecken, mich nachts kulinarisch zu vergnügen. Wenn ich den Kühlschrank aufmache, dann lacht er mich an und sagt, wenn du so weiter machst, siehst du so aus wie ich.

Welches Buch lesen Sie gerade?

„Deutschland von Sinnen“ von Akif Pirincci.

Wenn Sie kochen oder essen gehen, welche Küche bevorzugen Sie?

Deutsche Küche. Mein Lieblingsgericht ist Entenbraten.

Worauf könnten Sie niemals verzichten?

Glück im Leben zu haben.

Welchen Traum wollen Sie sich noch erfüllen?

Gesund alt werden.

Können Sie sich mit nur einem Wort beschreiben?

Das ist nicht so einfach. Mensch sein, auch wenn es zwei Wörter sind.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

Glück, Gesundheit und drei Wünsche.

Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen?

Fahrschullehrer Uwe Langmaack aus Ludwigslust. Er hat es mit Bescheidenheit und Energie geschafft, aus dem Nichts heraus einen Betrieb aufzubauen. Er ist ein zuverlässiger, aufrichtiger und solidarischer Mensch.

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