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Neustadt-Glewe : Sein Geheimnis liegt im "Spüli"

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Tim Beckmann bringt Fassaden zum Glänzen / Zum Dank reichen ihm Mieter auch schon mal Kaffee und Gummibärchen durch die Fenster

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 07:00 Uhr

Neustadt-Glewe Ein kräftiger Zug am Hebel des Hochdruckreinigers und Tim Beckmann steht im Nebel. Es dampft und zischt, wenn der 27-Jährige die  Sprühdüse auf die Fassade vor ihm richtet. Dicke schwarze Schlieren haben sich dort über Jahre abgesetzt. „Das ist ein Gemisch aus Algen, Moosen und Abgasresten“, sagt Tim Beckmann. Seit Mittwoch arbeitet sich der Neustädter an den Neubaublöcken  der Otto-Lilienthal-Straße 27 bis 23 auf der Hebebühne von oben nach unten. Heißes Wasser mit 200 Bar Hochdruck aus der Pistole allein reicht aber nicht. „Dass der Dreck so schnell verschwindet,  liegt am Reinigungsmittel“, sagt Beckmann.  „Welches,  das bleibt Betriebsgeheimnis.“ Beckmann ist Chef der Neustädter Firma Bau- und Reinigungsservice GbR.  Seit gut fünf Jahren reinigt das kleine Familienunternehmen  mit drei Angestellten Fassaden zwischen Hamburg und  Brandenburg. Dazu fährt der Chef persönlich auch schon mal übers Land. Wo er verschmutzte Fassaden sieht, stellt er sich vor, putzt Musterflächen und bekommt in vielen Fällen gleich einen Auftrag hinterher. Auch in Neustadt-Glewe hat er sich bei der Wobau vorgestellt. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Wobau-Geschäftsführer Achim Jahnke. „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Die Fassaden sehen aus wie neu.“ Die Wohnungsbauverwaltungsgesellschaft hatte die Blöcke in der Lilienthalstraße in den 90er Jahren aufwendig dämmen lassen. „So haben wir eine hinterlüftete Fassade.“ Zudem würden die damals angebrachten  lichtechten Faserzementplatten die  Reinigung heute erheblich erleichtern.   Die Wobau sei darauf eingerichtet, die Fassaden alle fünf Jahre zu reinigen. „Das bleibt nicht aus“, so Jahnke. „Auf der Wetterseite hält sich die Feuchtigkeit einfach zu lange auf der Oberfläche.“

Knapp drei Tage hat Tim Beckmann  für die drei Aufgänge benötigt. Macht er unten eine Pause, wird er oft von Spaziergängern angesprochen. Auch die Mieter lehnen sich  mal zum Plausch mit ihm auf die Fensterbank. „Es kam schon  vor, dass man mir durchs offene Fenster einen heißen Kaffee reichte oder Gummibärchen aufs Fensterbrett legte“, erzählt Beckmann. Ganz nebenbei macht er den  Mietern noch eine andere Freude: Denn auch die Fenster sind nach seinem Einsatz schlierenfrei sauber.

Die Wobau jedenfalls hat  Beckmann überzeugt. In den nächsten Wochen schon  baut er seine Hebebühne in Hohes Feld auf. Dort  werden die Wobau-Fassaden von Haus 1 und 2 geputzt. Katharina Hennes

 

 

 

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