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Ludwigsluster Tageblatt

22. November 2017 | 04:55 Uhr

Ludwigslust : Sehbehinderte treffen ins Schwarze

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Schützenverein Lindenstadt Ludwigslust will eine Sektion für Sehgeschädigte gründen / Erstes Schnuppertraining machte Spaß

von
erstellt am 20.Jan.2015 | 07:00 Uhr

Es war ein ungewöhnlicher Besuch auf der Anlage des Schützenvereins Lindenstadt Ludwigslust an der Eichkoppel. Sehgeschädigte Mitbürger waren gekommen – neugierig geworden nach einer Einladung des Vereins.

Die Idee ist, eine Sektion Behindertensport zu gründen. Heinz Jauert, der Schatzmeister des Schützenvereins, hatte den Einfall. Er fand Zustimmung bei den anderen Vereinsmitgliedern. Jauert betreibt seit Jahren Kraftsport mit seinem Nachbarn Detleff Bauer, der sehgeschädigt ist und der großes Interesse am Schießsport zeigt. Daraus wurde schließlich das Projekt geboren.

Wie man so etwas macht. darüber weiß Fred Matzkeit einiges, selbst gehandicapt, Sportleiter der Schweriner Schützenzunft von 1640. Er war gern der Einladung der Ludwigsluster Schützen gefolgt.

Möglich wird das Vorhaben durch eine Optronik, die mit Hilfe der „Aktion Mensch“ angeschafft werden konnte. Die 1300 Euro hätte der Schützenverein nicht stemmen können. Die Elektronik zeigt dem Schützen mittels akustischen Signals an, wenn er genau gezielt hat.

Berührungsängste mit dem Luftgewehr einschließlich aufgesetzter Optronik gab es nicht. Nachdem Heinz Jauert auf dem Schießstand das Procedere erklärt hatte, konnte es auch schon losgehen. Detleff Bauer war der Erste, der sich traute. „Es hat Spaß gemacht“, sagte er anschließend. „Ich war früher sportbegeisterter Schütze. Durch meine Augenerkrankung war das dann nicht mehr möglich. Es tut gut, mal wieder ein Gewehr in der Hand zu haben, obwohl das sehr ungewohnt ist, und nach Gehör zu schießen“, freut sich der Schütze. Er hat noch das zusätzliche Handicap, Hörgeräteträger zu sein, was die Aufnahme des Optronik-Signals erschwert. Doch Detleff Bauer meistert das. Er hat schon vorher zweimal mit dieser Technik geschossen und 47 von 50 möglichen Ringen erzielt. „Aber das ist eine Ausnahme“, beschwichtigt Bauer aufkommende Euphorie. „Man muss dranbleiben und trainieren“, ist er überzeugt, „damit man das Gefühl und das Gehör darauf einstimmt.“ Wenn es die Möglichkeit im Schützenverein gäbe, der 64-Jährige würde sofort mitmachen.

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